17:04 10 Dezember 2019
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    Boris Johnson während TV-Debatten auf BBC

    „Bermuda-Dreieck“: Boris Johnson zu angeblicher Einmischung Russlands in Brexit

    © REUTERS / Jeff Overs/BBC
    Politik
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    Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Annahmen hinsichtlich Russlands Einmischung in das Brexit-Referendum zurückgewiesen. Dies berichtet Sky News.

    Im Zuge der Debatten für die britische Unterhauswahl, die vorzeitig am 12. Dezember 2019 stattfinden wird, meinte Boris Johnson, die Theorie mit der Einmischung Russlands sei „wie ein Bermuda-Dreieck“, berichtete Sky News am Freitag.

    Einer im Publikum stellte nämlich die Frage, wann der parlamentarische Bericht über die angebliche russische Einmischung in die politischen Prozesse in Großbritannien veröffentlicht wird. Der Bericht war noch im März fertig, doch Boris Johnson hat seine Veröffentlichung am 28. Oktober, auf den sie anberaumt wurde, verschoben.

    Der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses des britischen Parlaments, Dominic Grieve, hatte wiederholt erklärt, dass es keine Rechtfertigung für den Premier gäbe, den Bericht zu verschieben. Er wäre am 17. Oktober von Sicherheitsdiensten zur Herausgabe freigegeben.

    Keine Beweise für Russlands Einmischung

    Johnson meinte, dass es keine echten Beweise dafür gäbe, dass Russland sich eingemischt hatte. Außerdem wollte er den Bericht nicht veröffentlichen, nur weil die Wahlen anstehen würden.

    Bei den Debatten kamen auch andere Fragen, zum Beispiel wurde Boris Johnson gefragt, ob er jemals zugeben würde, dass er persönlich zur Verbreitung von rassistischer Rhetorik beigetragen hatte und sich dafür entschuldige.

    „Ich habe in meinem Leben als Journalist viele Millionen Wörter geschrieben und ich habe nie beabsichtigt, jemandem Verletzungen oder Schmerzen zuzufügen…Wenn Sie alle meine Artikel mit einem feinen Zahnkamm durchgehen und einzelne Phrasen herausnehmen, besteht kein Zweifel, dass Sie Dinge finden können, die so formuliert werden können, dass sie beleidigend wirken“, antwortete er.

    Im Jahr 2018 wurde Boris Johnson wurde der Islamophobie beschuldigt, nachdem er in einer Zeitungskolumne geschrieben hatte, muslimische Frauen, die Burkas tragen, würden „wie Briefkästen aussehen“. In der Kolumne kritisierte scharf das Verbot des Tragens von Burkas in Dänemark.

    Russische Spenden an die Konservative Partei?

    Zuvor wurde Boris Johnson im BBC-Interview gefragt, wie viele russische Staatsangehörige an die konservative Partei spenden würden. Johnson antwortete, dass er nicht wisse, wie viele an die Partei spenden, dennoch seien alle Geschenke ordnungsgemäß geprüft und veröffentlicht. Die Informationen darüber wären ein öffentliches Eigentum. Der Meinung von Johnson nach sollte man keine Aussagen über jemanden machen, der aus einen bestimmen Land stammt, nur wegen seiner Nationalität.

    Den Angaben von „The Times“ nach würden etwa neun russische Unternehmer die Konservative Partei von Großbritannien finanziell unterstützen. Unter ihnen würde sich somit der Geschäftsmann Alexander Lebedew, dessen Sohn Jewgeni der Besitzer der britischen Zeitung „The Independent“ ist, und auch Ljubow Tschernuchina, die Frau des Ex-Vize-Finanzministers Wladimir Tschernuchin befinden.

    dg/ae

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    Tags:
    Brexit, Russland, Wahleinmischung, Boris Johnson