17:53 10 Dezember 2019
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    US-Atomwaffeneinsatz in Nagasaki, 1945 (Archivbild) - Wiederholung nun möglich?

    Papst mahnt in Nagasaki zu einer kernwaffenfreien Welt

    © AFP 2019 / US AIR FORCE
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    Der in Japan weilende Papst Franziskus hat am Sonntag zu einer kernwaffenfreien Welt aufgerufen. Seine Rede wurde live vom Fernsehsender NHK übertragen.

    „Hier, in dieser Stadt, die ein Zeugnis von katastrophalen und ökologischen Folgen eines Atomangriffs ist, können unsere Aussagen gegen das Wettrüsten nie ausreichend sein“, sagte der Pontifex in Nagasaki, das im August 1945 einem Atombombardement ausgesetzt war.

    „Überzeugt davon, dass eine Welt ohne Nuklearwaffen möglich und notwendig ist, bitte ich die politischen Führungspersonen, nicht zu vergessen, dass diese Waffen uns nicht vor aktuellen Bedrohungen der nationalen und internationalen Sicherheit schützen können. Wir müssen über die katastrophalen Auswirkungen ihrer Stationierung nachdenken, insbesondere vom humanitären und ökologischen Standpunkt aus gesehen, und die Schaffung eines Klimas der Angst, des Misstrauens und  der Feindseligkeit verurteilen, das von Nukleardoktrinen begünstigt wird“, so der Papst.

    Er machte ferner auf das Problem der Nutzung der Bodenschätze und auf die Notwendigkeit einer Vertrauensbildung zwischen den Menschen aufmerksam.

    „Der aktuelle Zustand unseres Planeten erfordert eine ernste Betrachtung dessen, wie die Erdressourcen genutzt werden können – im Hinblick auf die komplexe und komplizierte Umsetzung des bis ins Jahr 2030 reichenden langfristigen Entwicklungsprogramms, um das Ziel einer integrierten Entwicklung der Menschheit erreichen zu können. (…) All das erfordert unvermeidlich die Schaffung von Mechanismen der Vertrauensbildung sowie der gegenseitigen Entwicklung und lässt darauf hoffen, dass die Führungspersonen der Situation gewachsen sind“, sagte der Papst.

    Der Papst soll von Nagasaki weiter nach Hiroshima reisen, einer Stadt, über der im Jahr 1945 erstmals in der Welt eine Atombombe abgeworfen wurde. Für kommenden Montag ist eine Zusammenkunft des Papstes mit den Menschen angesetzt, die im Jahr 2011 von einer verheerenden Tsunamiwelle und einem katastrophalen Unfall im Atomkraftwerk Fukushima-1 betroffen waren. Ferner soll der Pontifex vor Tausenden Gläubigen in Tokio eine Messe zelebrieren. 

    Es ist der erste Besuch des Papstes in Japan. Der vorherige Besuch eines Oberhauptes der Römisch-katholischen Kirche in diesem Land hatte vor 38 Jahren stattgefunden.

    ls/ae

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    Tags:
    Fukushima, Hiroshima, Nagasaki, TV-Sender NHK, Papst Franziskus, Japan