07:11 11 Dezember 2019
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    Wer soll SPD-Vorsitz übernehmen? Unsere Leser haben klaren Favoriten!

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    Politik
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    Die SPD-Mitglieder können aktuell in einer Stichwahl über den Parteivorsitz entscheiden. Auf dem Bundesparteitag der Genossen in zwei Wochen soll das Spitzenamt dann offiziell neu besetzt werden. Wir hatten unsere Leser gefragt, wer ihrer Meinung nach die Führung bei den Sozialdemokraten übernehmen sollte. Das Ergebnis ist eindeutig...

    Eigentlich stehen für die SPD-Mitglieder aktuell nur noch zwei Spitzen-Duos zur Wahl: Klara Geywitz zusammen mit Olaf Scholz sowie Saskia Esken mit Norbert Walter-Borjans. Geht es nach unseren Lesern, würde aber eine andere Person künftig eine Führungsrolle übernehmen: Den Vorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, würden 46,4 Prozent der Umfrageteilnehmer gerne an der Spitze der SPD sehen.

    Und tatsächlich ist das gar nicht so fern der Realität. Vor wenigen Tagen kündigte Kühnert an, auf dem kommenden Bundesparteitag für einen der Stellvertreterposten im Parteivorstand zu kandidieren. Da er dafür eine breite Unterstützung zahlreicher SPD- und Juso-Mitglieder hat, dürfte seine Wahl fast sicher sein – zunächst aber erst einmal als stellvertretender Parteichef.

    ​Auf Platz zwei unserer Umfrage landet dann das Kandidaten-Duo aus der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken und dem ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans: 27,1 Prozent der Leser haben für sie gestimmt. Unterstützt werden beide auch vom großen SPD-Landesverband aus Nordrhein-Westfalen sowie von den Jusos.

    Sie werden zum eher linken Flügel der Partei gezählt, Esken hat sich im Fall ihrer Wahl an die Parteispitze auch klar für Nachverhandlungen des Koalitionsvertrags mit der Union ausgesprochen. Einen Bruch der GroKo wollen sie nicht ausschließen, wenn die Parteimitglieder dies wollten. Die Wahl von Esken / Borjans dürfte also Veränderung im politischen Berlin bedeuten.

    ​Mit 13,1 Prozent haben unsere Leser eine Option gewählt, die zunächst einmal überraschen würde: „Holt den Schulz-Zug zurück auf die Gleise!“ liegt in unserer Umfrage auf Platz drei. Wir erinnern uns: Martin Schulz hatte 2017 als Kanzlerkandidat der SPD mit 20,5 Prozent das schlechteste Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte eingefahren.

    Der ehemalige EU-Parlamentspräsident ist aktuell Bundestagsabgeordneter und tritt immer wieder bei europapolitischen Themen in Erscheinung. Schulz gehört dem konservativen Seeheimer Kreis innerhalb der SPD an und unterstützt die Kandidatur von Olaf Scholz zum Parteivorsitz. Dass er noch einmal an die SPD-Sitze zurückkehrt, gilt als sehr unwahrscheinlich. Es ist sogar ungewiss, ob der 63-Jährige nach dieser Legislaturperiode überhaupt Mitglied des Deutschen Bundestags bleibt.

    ​Das Duo aus Vizekanzler Olaf Scholz und der Brandenburgerin Klara Geywitz erreicht mit mageren 7,1 Prozent nur Platz vier unserer Umfrage. Vor allem Bundesfinanzminister Scholz steht inhaltlich für einen Verbleib der SPD in der GroKo. Seiner Meinung nach können die Sozialdemokraten besser innerhalb der Regierung Akzente setzen und den Wähler von sich überzeugen.

    Der Norddeutsche erreicht in deutschlandweiten Umfragen höhere Beliebtheitswerte als CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Doch ob das reicht, um der SPD wieder zu besseren Zahlen zu verhelfen, bleibt fraglich. Als SPD-Generalsekretär war Scholz einst unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und SPD-Chef Franz Müntefering einer der Architekten der Agenda 2010, die in Teilen der Bevölkerung bis heute kritisch gesehen wird.

    Jüngst erklärte Olaf Scholz: „Ich vermisse Andrea Nahles“. Das sehen anscheinend auch 6,3 Prozent unserer Umfrageteilnehmer ähnlich. Die Antwortmöglichkeit „Ich wünsche mir Andrea Nahles zurück!“ landet auf dem fünften und damit letzten Platz unserer Abstimmung. Die 49-Jährige hat sich allerdings komplett von der politischen Bühne verabschiedet: Nach ihrem Rückzug von der Partei- und Fraktionsspitze im Juni 2019 legte sie Anfang November auch ihr Bundestagsmandat nieder. Die Rheinländerin will sich beruflich neu orientieren.

    Da Nahles sich ebenfalls aus den Medien heraushält, ist auch unbekannt, welchen offiziellen Kandidaten sie für den Parteivorsitz bevorzugen würde. Wahrscheinlich würde sie als einstige Juso-Vorsitzende und ehemalige Parteilinke eher zu Esken / Walter-Borjans tendieren. Wer das Rennen schließlich für sich entscheidet, will die SPD nach Auszählung aller Mitgliederstimmen am 30. November bekanntgeben.

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    Tags:
    Kevin Kühnert, Andrea Nahles, Martin Schulz, Neuwahlen, Parteitag, Groko, Wahl, Olaf Scholz, Jusos, SPD