22:45 15 Dezember 2019
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    Angela Merkel und Emmanuel Macron (Archivbild)

    Merkel auf Macron „wütend“? Deutsche Regierung distanziert sich vom NYT-Bericht

    © Sputnik / Irina Kalaschnikowa
    Politik
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    Deutschlands Regierung hat am Montag einen Bericht der Zeitung „New York Times“ (NYT) über einen angeblichen Wutanfall der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines Abendessens beim Bundespräsidenten aus Anlass von 30 Jahren Mauerfall kommentiert.

    Die „New York Times“ schrieb am 23. November, Merkel habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei dem Abendessen gesprochen und ihn beschimpft. Die deutsche Kanzlerin sei „ungewöhnlich wütend“ gewesen.

    Offensichtlich soll es dabei um Macrons viel diskutierte Bemerkung von Anfang November, die Nato sei „hirntot“, gegangen sein, sowie seine Ablehnung von EU-Beitrittsverhandlungen mit den Westbalkan-Staaten Nordmazedonien und Albanien, geht aus dem Bericht hervor. Merkel habe sich angeblich beschwert, dass sie immer die Scherben für verbale Attacken des französischen Staatschefs wegfegen müsse.

    Regierungssprecher: Es gab keine Wut

    Die Bundesregierung distanzierte sich jedoch von dem Bericht des Blattes, dem schon am Wochenende Teilnehmer des Abendessens widersprochen hatten.

    „In der Erinnerung der Bundeskanzlerin an diesen Abend gab es weder Klage, noch Wut, noch Streit“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

    Er räumte zwar ein, dass man an dem Abend auch über „unterschiedliche Herangehensweisen an Themen und Herausforderungen“ zwischen beiden Ländern gesprochen habe. Deutschland und Frankreich suchten aber immer eine gemeinsame Lösung.

    „Hirntod der Nato“

    Emmanuel Macron hatte den Staatenbund wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel in die Mangel genommen. Einer der Kritikpunkte seien fehlende Absprachen, sagte er im Interview mit der britischen Zeitung „The Economist“.

    Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato“, so der französische Präsident im Interview. Außerdem gebe es „keinerlei Koordinierung bei strategischen Entscheidungen zwischen den USA und ihren Nato-Verbündeten“. Seiner Meinung nach wenden sich die Vereinigten Staaten immer mehr von Europa ab.

    Macrons Veto für EU-Erweiterung

    Macron hatte die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Westbalkan-Ländern wie Nordmazedonien und Albanien auf dem vergangenen EU-Gipfel im Oktober blockiert – mit der Begründung, dass zunächst das Prozedere zum EU-Beitritt reformiert werden müsse. Die Bundesregierung, die EU-Kommission und vor allem die östlichen EU-Staaten hatten den Vorgang scharf kritisiert.

    mo/sb/rtr

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    Tags:
    The New York Times, Emmanuel Macron, Angela Merkel