16:45 10 Dezember 2019
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    Der türkische Innenminister Suleyman Soyle während einer Pressekonferenz

    Türkei will elf französische IS-Angehörige in ihre Heimat Frankreich schicken

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    Die Türkei hat beschlossen, elf mutmaßliche inhaftierte Angehörige der Terrormiliz „Islamischer Staat“* nach Frankreich abzuschieben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur „Reuters“ am Donnerstag.

    Die Rückführung sei für Anfang Dezember geplant, zitierte Reuters den türkischen Innenminister Süleyman Soylu unter Berufung auf staatliche Medien.

    Die Türkei hat im November damit begonnen, bei ihrem Einmarsch in Syrien gefangengenommene IS-Angehörige in ihre Heimatländer abzuschieben – unter anderem nach Deutschland und in die USA. Mehrere europäische Länder fordern jedoch, dass die mutmaßlichen islamischen Extremisten dort angeklagt werden sollen, wo sie die Verbrechen begangen hatten, derer sie beschuldigt wurden. Außer Frankreich und Deutschland waren unter anderem auch Dänemark und Irland von den Abschiebungen der Türkei betroffen.

    Am 15. November wurden zwei deutsche Frauen, die mutmaßliche IS-Anhängerinnen wären, von der Türkei nach Deutschland abgeschoben. Eine der beiden Frauen wurde 1998 geboren und konnte aus dem von Kurden bewachten Gefangenenlager Al-Hol in Syrien fliehen. Sie saß Angaben zufolge zuletzt in der türkischen Stadt Gaziantep in Abschiebehaft. Außerdem sollte am Freitag auch eine gebürtige Hannoveranerin in ein Flugzeug gesetzt werden, die sich aus dem inzwischen aufgelösten syrischen Gefangenenlager Ain Issa in Richtung Türkei abgesetzt haben soll.

    In einer Meldung der privaten türkischen Nachrichtenagentur DHA war zuvor von „ausländischen Terrorkämpfern“ mit deutscher Staatsbürgerschaft die Rede gewesen.

    Irakische Familie mit deutschen Pässen

    Außerdem wurde vor kurzem eine deutsch-irakische Familie aus der Türkei ausgewiesen. Der älteste Sohn soll dabei früher Kontakt zu dem verbotenen „Deutschen Islamkreis“ um den Hassprediger Abu Walaa gehabt haben. Der Prediger stand mit anderen mutmaßlichen Islamisten in der niedersächsischen Stadt Celle vor Gericht, da sie Jugendliche als Kämpfer für den IS rekrutiert hatten.

    Am 12. November hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, die festgenommenen Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auch weiterhin in ihre Heimatländer auszuweisen – ungeachtet dessen, ob sie dort tatsächlich aufgenommen werden würden.

    dg/gs/rtr

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

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    Heimat, Frankreich, IS, Innenminister, Türkei