19:23 14 Dezember 2019
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    Anti-Regierungs-Proteste im Irak

    Iraks Premier kündigt wegen Protesten Rücktritt an

    © REUTERS / ABDULLAH DHIAA AL-DEEN
    Politik
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    Vor dem Hintergrund der seit Wochen andauernden Proteste im Irak will Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi seinen Rücktritt einreichen. Das teilte der TV-Sender Al-Arabiya am Freitag mit.

    Seine Entscheidung begründete der Premier mit der Absicht, verhindern zu wollen, dass das Land in weitere Gewalt und Chaos abgleite.

    „Ich will ein Rücktrittsgesuch beim Repräsentantenrat (Parlament – Anm. d. Red.) einreichen“, zitierte der Sender den Premier.

    Das irakische Parlament muss jetzt über das Rücktrittsgesuch des 77-jährigen Regierungschefs abstimmen. Adel Abdel Mahdi war erst vor etwas mehr als einem Jahr nach monatelangem Streit der stärksten Parteien ins Amt gewählt worden.

    Anti-Regierungs-Proteste im Irak

    Die Anti-Regierungs-Proteste im Irak dauern seit Anfang Oktober an. Die Protestierenden fordern Korruptions- und Arbeitslosigkeitsbekämpfung sowie bessere Lebensbedingungen. Medienberichten zufolge wurden bislang bei den Protesten mehr als 400 Menschen getötet. Weitere 15.000 Menschen seien verletzt worden.

    Zuletzt hatte es allein am Donnerstag mehr als 40 Tote gegeben. Trotz Reformversprechen gelang es Mahdi nicht, die Lage zu beruhigen. Eine neue Protestwelle brach im Irak am Donnerstagmorgen aus. Die Demonstranten hätten das Gebäude des iranischen Konsulats in der südirakischen Stadt Nadschaf in Brand gesetzt. In der Provinz gilt nun Ausgangsverbot.

    ns/ae/dpa/sna  

     

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    Rücktritt, Premier, Proteste, Irak