14:42 16 Dezember 2019
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    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (Archivbild)

    „Ohne Rohstoffe als Volkswirtschaft nicht überlebensfähig“: Ministerpräsident Haseloff in Russland

    © CC BY-SA 3.0 / © Olaf Kosinsky / Wikimedia Commons
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    Auf dem Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum in Sankt Petersburg plädierte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für eine tiefere bilaterale Zusammenarbeit nicht nur im Rohstoffsektor. 2020 lädt der sächsische Ministerpräsident a. D. Stanislaw Tillich die Teilnehmer zum nächsten Forum nach Sachsen ein.

    „Erstmals ist es wichtig, dass wir eine sichere Energieversorgung haben“, sagte Haseloff am Rande des Gipfels. Der CDU-Politiker wies darauf hin, dass Deutschland und Russland gemeinsame Unternehmen in Sachsen-Anhalt hätten, die nicht nur von Erdgas abhängig seien, sondern auch als Joint Ventures da fungieren würden, gerade was die Erdgasspeicher anbelange.

    „Auf der anderen Seite die Abfallwirtschaft und die erneuerbaren Energien <...> wir haben hier Informationsaustausch und auch weitere Treffen vereinbart.“

    Ohne die Lieferungen von Rohstoffen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht nur bei der Rohstofflieferung wären wir volkswirtschaftlich nicht funktions- und überlebensfähig, so Haseloff. 

    In einem Interview mit RIA Novosti bemerkte Haseloff zuvor, dass Russland mit Abstand die Nummer eins bei den Importen Sachsen-Anhalts sei. Das betreffe vor allem Erdöl, aber auch Gas, so Haseloff. „Wir leben ja nicht nur von Luft und Liebe“, fügte er im Blick auf die Energieversorgung Deutschlands hinzu.

    Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in St. Petersburg

    Vom 27. bis zum 29. November 2019 tagte die 12. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz an der St. Petersburger Bergbauuniversität. Die Konferenz bietet alljährlich eine wichtige Plattform, um Stand und Perspektiven der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffbereich zu diskutieren und bilaterale Kooperationsprojekte anzustoßen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stand die Ausgestaltung einer zukunftsorientierten Nachhaltigkeitskooperationen, die klimafreundliche Transformation der Energiesysteme in beiden Ländern sowie der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Neben Haseloff nahmen auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CDU), Deutschlands früherer Bundesumweltminister Klaus Töpfer, Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der ehemalige Leiter der Münchner Konferenz, Horst Teltschik, daran teil - samt Hunderten von Vertretern aus der Wirtschaft.

    „Deutschland und Russland können zusammen Motor beim Umwelt- und Ressourcenschutz sein“, sagte Müller gegenüber den Journalisten und forderte „ein neues Kapitel deutsch-russischer Freundschaft“, um gemeinsam den Klimaschutz voranzutreiben.

    Von der russischen Seite war vor allem der stellvertretende Premierminister Alexej Gordejew zu sehen.

    Abschließend lud Stanislaw Tillich im Auftrag des sächsischen Ministerpräsidenten (Michael Kretschmer - Anm. d. Red.) die Teilnehmer zur 13. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz nach Sachsen ein. Man sei davon überzeugt, dass Sachsen ein hervorragender Gastgeber sein könne, und dass man eine Konferenz haben werde, die das deutsch-russische Verhältnis wieder ein Stück weiter normalisiere und die Zusammenarbeit weiter befördere, sagte Tillich.

    Zum Abschluss der diesjährigen Rohstoff-Konferenz wurde die Absicht betont, die deutsch-russische Zusammenarbeit im Wasserstoff-Bereich zwischen Wissenschafts- und Wirtschaftsinstitutionen beider Länder zu vertiefen. Der Aufbau einer Abfall- und Kreislaufwirtschaft war ebenfalls ein wichtiges Thema der Konferenz.

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    Tags:
    Gerd Müller, Sachsen-Anhalt, Deutschland, Russland, CDU, Reiner Haseloff