21:38 15 Dezember 2019
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    Zelimkhan Khangoshvili zu den Zeiten des Tschetschenienkrieges, dieses Bild hat er selbst auf seiner Facebook-Seite publiziert. Es wurde aber nach seinem Tod gelöscht.

    Streit zwischen Moskau und Berlin: Was über getöteten Georgier bekannt ist

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    Fall Khangoshvili: Der Georgier-Mord in Berlin und seine diplomatischen Auswirkungen (8)
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    Wegen des Vorfalls mit dem Mord an einem Georgier in Berlin hat das Bundesaußenamt zwei Angestellte der russischen Botschaft zur „persona non grata“ erklärt. Sputnik hat zusammengefasst, was momentan über Khangoshvili, den getöteten tschetschenischen Terroristen mit der georgischen Staatsbürgerschaft, und seinen angeblichen Mörder bekannt ist.

    Zelimkhan Khangoshvili:

    • 40-jähriger ethnischer Tschetschene mit georgischer Staatsbürgerschaft;
    • Kämpfte gegen Russland an der Seite der tschetschenischen Terroristen unter Führung der Islamisten Schamil Bassajew, Abu l-Walid und Aslan Maschadow;
    • War Offizier in der georgischen Armee während ihrer Invasion in Südossetien 2008, wo er ebenfalls gegen Russland sowie gegen südossetische Freiwilligenverbände kämpfte;
    • War Anhänger der islamistischen Terrororganisation „Kaukasus-Emirat“;
    • Im Mai 2015 war auf ihn in der georgischen Hauptstadt Tiflis ein Mordanschlag verübt worden. Er wurde verletzt, überlebte jedoch;
    • 2005 zog er aus Georgien über die Ukraine nach Deutschland um;
    • In Deutschland lebte der Mann laut dem „Focus“ seit 2016, nachdem er hier einen Asylantrag gestellt hatte;
    • Nach Angaben aus Sicherheitskreisen nutzte er zwei verschiedene Namen;
    • Die Berliner Polizei soll ihn eine Zeit lang als „islamistischen Gefährder“ geführt haben;
    • Er wurde am 23. August 2019 im Zentrum Berlins mit Schüssen in den Rücken und in den Kopf getötet;
    • Die USA legen russischen Geheimdiensten den Mord zur Last;
    • Deutsche Medien berichten ebenfalls über Russlands Verwicklung in den Mord;
    • Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestreitet jegliche Verbindung Russlands mit dem Mord;
    • Russlands Außenministerium kritisierte das politisierte Herangehen an das Verbrechen und versprach Gegenmaßnahmen.

    Was über den mutmaßlichen Mörder bekannt ist

    Deutschen Medien zufolge hat die deutsche Polizei den 54-jährigen Wadim Sokolow, dessen echter Name Wadim Krassikow lautet, wegen des Mordverdachts an Khangoshvili festgenommen. Nach Angaben der Polizei schweigt er zu allen Vorwürfen. Er stand auf der internationalen Fahndungsliste wegen des Mordes an einem Unternehmer in Moskau.

    Später seien jedoch jegliche Angaben über ihn aus den Datenbanken des russischen Innenministeriums und der Interpol verschwunden, wie die russische Online-Zeitung „The Insider“, das Recherchenetzwerk Bellingcat und die Zeitschrift „Spiegel“ unter Berufung auf unbenannte Quellen berichten.

    Nach den Angaben von Bellingcat ist der Verdächtige 54 Jahre alt, sein gefälschter Personalausweis auf den Namen Wadim Sokolow gibt dabei das Alter von 49 Jahren an.

    om/mt

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    Ausweisung, Zelimkhan Khangoshvili, Georgier, Mord, Streit, Deutschland, Russland