22:23 21 Januar 2020
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    Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borisow hat die Verzögerung beim Bau der Gasleitung Turkish Stream darauf zurückgeführt, dass das Land die verbindlichen EU-Prozedere einhalten muss. Borisow hat sich dazu gegenüber dem TV-Sender BTV am Mittwoch geäußert. Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Bulgariens Verhalten kritisiert.

    „Jeder hat das Recht, nach alternativen Routen zu suchen - wir suchen nach einer alternativen Diversifizierung. Ihnen (in Russland – Anm. d. Red. von BTV) ist es  rein politisch unangenehm, dass Bulgarien ein so loyales und starkes Mitglied der Nato und der EU ist“, sagte der bulgarische Regierungschef.

    Bulgarien hoffe, dass jener Pipeline-Strang, der durch das Land führt, fertiggestellt werde, betonte er.

    „ (…) Meine Antwort an Präsident Putin lautet: Er kann kommen und schauen, mit welcher Geschwindigkeit wir bauen - durchschnittlich fünf Kilometer pro Tag. Wir fingen spät an, weil es notwendig war, viele Prozedere durchzuführen (…)“, so Borisow weiter.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass Bulgarien die Umsetzung des Turkish Stream-Projekts auf seinem Territorium absichtlich verzögere. Dabei äußerte er eine Vermutung, dass dies unter Druck von außen geschehen könne. Putin merkte auch an, dass Moskau andere Optionen für die Gasversorgung Südeuropas finden werde, wenn Bulgarien dieses Projekt aufgeben sollte.

    Turkish Stream

    Turkish Stream soll im ersten Halbjahr 2020 in Betrieb genommen werden. Die Gasleitung  besteht aus zwei Strängen mit einer Durchsatzkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Der Unterwasserteil der Leitung ist 930 Kilometer lang. Die Pipeline führt von der Schwarzmeerstadt Anapa zur Küsten-Ortschaft Kıyıköy im türkischen Thrakien. Das durch den ersten Strang zu transportierende Gas ist ausschließlich für die Türkei bestimmt. Der zweite Strang soll laut ursprünglichen Plänen bis zur Grenze zwischen der Türkei und der EU verlängert werden.

    Gas aus dem zweiten Rohr wird unter mehreren Ländern verteilt: 3,5 Milliarden Kubikmeter sind für Bulgarien, 2,5 Milliarden für Serbien und 6 Milliarden für Ungarn geplant. Die restlichen 3,75 Milliarden Kubikmeter können von Ungarn dann in die Slowakei und zum österreichischen Gashub Baumgarten weitergeleitet werden.

    pd/mt/sna/

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    Gasleitung, Südeuropa, Gas, Putin, EU, Bau, Turkish Stream, Bulgarien