22:26 21 Januar 2020
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    Nordkorea will sich den neuen verbalen Ausrutscher des amerikanischen Präsidenten nicht gefallen lassen. Donald Trumps Ausfälligkeit gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un weist das Außenministerium in Pjöngjang nun als einen „Rückfall eines dementen Alten“ zurück und warnt vor einem neuen „Krieg der Worte“.

    Der Ton zwischen den USA und Nordkorea wird wieder schärfer. Mit teils bissigen Bemerkungen kritisierte die nordkoreanische Vizeaußenministerin, Choe Son Hui, am späten Donnerstagabend Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der zuletzt in Anspielung auf den Atomstreit mit Nordkorea von einer möglichen Anwendung militärischer Gewalt gesprochen und Machthaber Kim Jong Un abermals als „Raketenmann“ bezeichnet hatte.

    Fielen solche Ausdrücke erneut mit Absicht, „müsste dies wirklich als seniler Rückfall eines dementen Alten“ gedeutet werden, wurde Choe von den Staatsmedien zitiert. Trumps Worte hätten „eine Hasswelle unserer Bürger gegen die USA“ ausgelöst.

    Choe warnte vor einer Rückkehr zum Krieg der Worte, den sich beide Seiten vor zwei Jahren geliefert hätten. Sollten Trumps Bemerkungen eine geplante Provokation gewesen sein und nicht bloß ein verbaler Ausrutscher, werde dies als gefährliche Herausforderung aufgefasst. Um dem zu begegnen, werde Nordkorea ebenfalls zu „harschen Worten gegen die USA“ greifen.

    Trump hatte Kim am Dienstag beim Nato-Gipfel in London aufgerufen, sein Versprechen der atomaren Abrüstung einzuhalten. Er habe jedoch eine gute Beziehung zu Kim, sagte Trump.

    „Wir werden sehen, was passiert.“ Die USA hätten das mächtigste Militär. „Hoffentlich müssen wir das nicht einsetzen, aber wenn wir müssen, werden wir es einsetzen.“ Dabei erläuterte Trump, weshalb er Kim einen „Raketenmann“ nenne.

    „Ich habe Vertrauen zu ihm, aber er liebt es, Raketen zu starten. Deshalb nenne ich ihn einen ‚Raketenmann‘“, so Trump.

    Derzeit wächst die Besorgnis, dass die Spannungen im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm wieder deutlich zunehmen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Trumps mit Kim im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Die Führung in Pjöngjang hatte einseitig eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Bis dahin solle Washington neue Vorschläge auf den Tisch legen.

    In Anspielung auf diese Frist erklärte das Außenministerium in Pjöngjang am Dienstag, es sei „ganz den USA überlassen, zu wählen, welches Weihnachtsgeschenk sie erhalten“. Nordkorea habe es nicht mehr nötig, „zu verbergen, was es von nun an tun wird“, wurde der für USA-Fragen zuständige Vizeaußenminister Ri Thae Song zitiert. Konkreter wurde Ri nicht. Nordkorea-Experten werten die Aussagen als verdeckte Warnung in Richtung der USA.

    leo/ae/dpa

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    Tags:
    Kim Jung-un, Donald Trump, USA, Nordkorea