17:34 17 Februar 2020
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    Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 bedeutet nicht, dass Russland den Transit durch die Ukraine stoppen will. Dies erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Gespräch mit deutschen Topmanagern am Freitag in Sotschi.

    Er betonte dabei, dass im vergangenen Jahr die Lieferungen von russischem Treibstoff nach Deutschland 55,5 Milliarden Kubikmeter erreicht hätten. Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 kann Putin zufolge dieses Volumen verdoppeln.

    Russland will an Gas-Transit durch Ukraine festhalten

    „Ich möchte nochmals sagen, dass das überhaupt nicht bedeutet, dass Russland beabsichtigt, den Transit durch die Ukraine zu stoppen. Das Problem liegt nicht im Territorium, sondern in der wirtschaftlichen Nutzung“, präzisierte der Präsident.

    Verhandlungen mit der Ukraine

    Darüber hinaus teilte der russische Präsident, Wladimir Putin, mit, dass die Gas-Verhandlungen mit der Ukraine ziemlich kompliziert verlaufen würden.

    „Ich kann sehen, dass es auf beiden Seiten anspruchsvolle Positionen gibt“, so Putin.

    „Ich möchte offen sagen, dass es ziemlich schwierig ist, diese (Positionen) umzusetzen; aber ich hoffe darauf, dass die Verhandlungsteilnehmer, das sind vor allem Wirtschafssubjekte, für sie akzeptable Entscheidungen finden werden“, sagte er.

    Vertrag läuft Ende 2019 ab

    Der laufende Vertrag über den Transit von russischem Gas durch das Territorium der Ukraine läuft Ende 2019 ab. Es war vorgesehen, dass die Exportlieferungen nach Europa ferner über die im Bau befindliche Nord Stream 2 Gaspipeline erfolgen werden, die die Ukraine umgeht. Allerdings laufen zurzeit trilaterale Verhandlungen mit Russland, der Ukraine und der Europäischen Union über die Verlängerung des Transitvertrags.

    Zuvor hatte der russische Energieminister, Alexander Nowak, bekannt gegeben, Moskau habe Kiew vorgeschlagen, das laufende Gastransitabkommen vorübergehend zu verlängern, bis die ukrainische Seite die EU-Vorschriften in den eigenen Gesetzen implementiert haben werde.

    Nord Stream 2

    Das Nord Stream 2-Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr von der russischen Küste über die Ostsee nach Deutschland.

    Die Gaspipeline verläuft durch Hoheitsgewässer oder ausschließliche Wirtschaftszonen der Russischen Föderation, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands. Alleiniger Gesellschafter des Projektbetreibers, der Nord Stream 2 AG, ist der russische Energiekonzern Gazprom.

    Die Ukraine sowie eine Reihe europäischer Länder wie Polen, Lettland und Litauen, aber auch die USA, die ihr Flüssigerdgas in der EU fördern, setzen sich gegen das Projekt ein, indem sie die Pipeline als ein für die Energiesicherheit der EU bedrohliches politisches Projekt bezeichnen. Die russische Seite hat ihrerseits mehrmals erklärt, dass die Nord Stream 2 ein kommerzielles und wettbewerbsfähiges Projekt sei und keine Aussetzung des russischen Gastransits durch die Ukraine impliziere.

    ak/ae/sna

     

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    Tags:
    Nord Stream 2, Transit, Gas, Wladimir Putin, Ukraine, Russland