11:44 10 Juli 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    6510349
    Abonnieren

    Der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt haben laut dem Magazin „Der Spiegel“ ein eigenes Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßlichen Attentäter im Fall des ehemaligen russischen GRU-Agenten und Überläufers Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingeleitet, die im März 2018 in England Opfer eines Nervengift-Anschlags wurden.

    In dem vor Kurzem eingeleiteten Verfahren mit dem Namen „Novi“ hätten sich Hinweise darauf ergeben, dass sich die beiden verdächtigten Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdiensts GRU – bekannt unter den Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow – in Deutschland aufgehalten hätten, berichtete das Magazin am Freitag.

    Im Jahr 2014 sollen sie drei Tage in der Gegend um Frankfurt verbracht haben.

    Giftanschlag auf die Skripals

    Der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia wurden am 4. März 2018 in Salisbury in einem Park bewusstlos aufgefunden. Sie waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre damalige schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Moskau wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung. Die damalige britische Premierministerin Theresa May ließ als Reaktion auf den Nervengift-Anschlag 23 russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Die Internetplattform Bellingcat, die sich als investigativ beschreibt, will die wahren Namen der beiden Russen herausgefunden haben. So hießen Boschirow und Petrow in Wirklichkeit Anatoli Tschepiga und Alexander Mischkin, behauptet Bellingcat.

    ta/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Entschuldige mich bei allen“: Abschiedsbrief von tot aufgefundenem Seouler Bürgermeister entdeckt
    Pompeo lehnt UN-Kritik an Soleimanis Tötung ab
    Läster-Attacke: „Mahlzeit, Frau Bundeskanzlerin“ – Spottrede von EU-Abgeordnetem Sonneborn