19:10 15 August 2020
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    Die Botschafter Albaniens, der Türkei, des Kosovo und Kroatiens in Schweden haben laut internationalen Medien die am Dienstag stattgefundene Zeremonie der Verleihung des Literaturnobelpreises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke boykottiert.

    Traditionell werden zur Verleihungszeremonie die Botschafter aller Staaten, die sich in Stockholm befinden, eingeladen. Die Botschafter Albaniens, der Türkei, des Kosovo und Kroatiens beteiligten sich jedoch nicht daran. Grund dafür seien Handkes proserbische Haltung während der Balkankriege und seine Unterstützung des ehemaligen Staatschefs Serbiens Slobodan Milošević. Der Schriftsteller wies zuvor Vorwürfe dagegen zurück, dass er angeblich die Tragödie in Srebrenica nicht anerkenne.

    Russische Medien zitieren unter Berufung die Zeitung „Dagens Nyheter“ den kroatischen Botschafter in Schweden, laut dessen Aussagen die Politik von Milošević zum Krieg in der Region von Ex-Jugoslawien geführt habe, was den Tod von Tausenden Menschen und andauernde Unstabilität in der Region verursacht habe.

    Proteste gegen Nobelpreis für Peter Handke

    Nach Schätzungen hatten sich am Dienstagabend etwa 400 Teilnehmer dem Protest angeschlossen. Viele von Teilnehmern trugen eine stilisierte weiße Blume als Symbol für die Opfer des Völkermords von Srebenica. 

    Literaturnobelpreis für Handke

    Der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Peter Handke gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren. Er wurde zuvor mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Georg-Büchner-Preis (1973) und dem österreichischen Nestroy-Theaterpreis (2018).

    Am 10. Oktober 2019 gab die Schwedische Akademie in Stockholm die Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2019 an ihn bekannt.

    Bosnienkrieg

    Der Krieg in Bosnien und Herzegowina fand von 1992 bis 1995 im Rahmen der Jugoslawienkriege statt, die mit dem Zerfall des Staates zusammenhingen. Zu den blutigsten Geschehnissen des Bosnienkrieges gehören die Operationen der von Ratko Mladić angeführten bosnischen Serben in Srebrenica.

    Nach Einschätzungen von Experten wurden in Srebrenica im Juli 1995 rund 8000 Muslime getötet. 30.000 Frauen und Kinder wurden deportiert. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien und der Internationale Gerichtshof (IGH) stuften diese Geschehnisse als Völkermord ein.

    ak/sb/sna

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    Tags:
    Kroatien, Kosovo, Albanien, Türkei, Boykott, Protest, Nobelpreis, Peter Handke