19:38 03 Juni 2020
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    Fall Khangoshvili: Der Georgier-Mord in Berlin und seine diplomatischen Auswirkungen (11)
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    Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ dazu aufgerufen, mögliche Mängel bei der Kooperation im Georgier-Mordfall in Berlin auszuräumen.

    „Ich denke, dass die Zusammenarbeit auf allen Schienen prinzipiell gegeben war. Ich weiß allerdings nicht, in welchem Umfang“, sagte der Botschafter. Ferner fügte er hinzu:

    „Wenn es irgendwelche Defizite gibt, dann muss man sie finden und beseitigen.“

    Darüber hinaus verwies Netschajew auf die „partnerschaftlichen Kanäle“ zwischen Berlin und Moskau, die „früher auch zwischen den rechtspflegenden Organen funktioniert haben“. Man soll diese nutzen und ausschöpfen, um die Ermittlungen zu erleichtern.

    Mord im Berliner Park

    Am 23. August war Zelimkhan Khangoshvili, ein 40 Jahre alter ethnischer Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit, in einem Park in Berlin erschossen worden. Die deutsche Bundesanwaltschaft nennt das Opfer „Tornike K.“ Der Täter – angeblich ein 49-jähriger Bürger Russlands – wurde noch am gleichen Tag gefasst und hüllt sich seitdem in Schweigen.

    Wegen des Verdachts, dass staatliche Stellen in Russland oder der Teilrepublik Tschetschenien den Mord in Auftrag gegeben hätten, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel legte Russland zur Last, nicht bei der Aufklärung des Mordes zu helfen.

    Putin nimmt Stellung

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Paris den im Berliner Tiergarten ermordeten Georgier als Kämpfer und Organisator von Explosionen in der Moskauer U-Bahn bezeichnet.

    Aktuelle Beziehungen zwischen Moskau und Berlin

    Der Fall hat die deutsch-russischen Beziehungen schwer belastet. Die Bundesregierung wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufklärung vor und wies deshalb zwei russische Diplomaten aus.

    Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, zeigte sich „tief enttäuscht” von dem Ansatz der deutschen Seite, deren Schritt er als unbegründet und unfreundlich erachte. Netschajew sagte, dass das Vorgehen Berlins negative Auswirkungen auf die russisch-deutschen Beziehungen haben und Konsequenzen nach sich ziehen würde. Damit bekräftigte er die frühere Aussage des russischen Außenministeriums, das Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Ausweisung versprach.

    ak/sb/dpa

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    Kooperation, Ermittlung, Mord, Botschafter, Sergej Netschajew, Deutschland, Russland