05:40 22 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Fall Khangoshvili: Der Georgier-Mord in Berlin und seine diplomatischen Auswirkungen (11)
    285133
    Abonnieren

    Moskau hat laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei Deutschland Gesuche um die Auslieferung des in Berlin später ermordeten Georgiers beantragt. Die Bundesregierung bestreitet nun diese Aussagen.

    „Es liegen uns keine Erkenntnisse über ein solches Auslieferungsersuchen vor”, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Deutschland habe eine klare Haltung in dieser Frage:

    „Wir fordern die russische Seite auf zu kooperieren und die Informationen, die ihr zur Verfügung stehen, uns zur Verfügung zu stellen.“

    Diese Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelten weiter. Man habe die Erwartungen auf verschiedenen Ebenen klar gemacht und wolle jetzt sehen, ob das bei der russischen Seite auch zu tatsächlicher Kooperation führe.

    Defizite bei Kooperation

    Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, verwies in seinem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf die „partnerschaftlichen Kanäle“ zwischen Berlin und Moskau, die „früher auch zwischen den rechtspflegenden Organen funktioniert haben“. Falls es irgendwelche Defizite gebe, müsse man sie finden und ausräumen.

    Terrorvorwürfe gegen späteres Mordopfer

    Wladimir Putin hatte in der Nacht auf Dienstag bei einer Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen in Paris den ermordeten Georgier als Kämpfer und Organisator von Explosionen in der Moskauer U-Bahn bezeichnet. Zudem hatte er betont, Moskau hätte an Berlin mehrmals Gesuche um seine Auslieferung gerichtet. Die deutsche Seite sei der Bitte Russlands jedoch nicht nachgekommen. Trotzdem werde Russland den deutschen Kollegen bei der Aufklärung helfen.

    Mord im Berliner Park

    Am 23. August war Zelimkhan Khangoshvili, ein 40 Jahre alter ethnischer Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit, in einem Park in Berlin erschossen worden. Die deutsche Bundesanwaltschaft nennt das Opfer „Tornike K.“. Der Täter – angeblich ein 49-jähriger Bürger Russlands – wurde noch am gleichen Tag gefasst und hüllt sich seitdem in Schweigen.

    Wegen des Verdachts, dass staatliche Stellen in Russland oder der Teilrepublik Tschetschenien den Mord in Auftrag gegeben hätten, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel legte Russland zur Last, nicht bei der Aufklärung des Mordes zu helfen.

    Vergangene Woche hatte Deutschland zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin ausgewiesen. Begründet wurde dies damit, dass Russland nicht ausreichend bei der Aufklärung des Falls mitwirke.

    jeg/mt/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Fall Khangoshvili: Der Georgier-Mord in Berlin und seine diplomatischen Auswirkungen (11)

    Zum Thema:

    US-Jäger nahe Iran kurz vor Abschuss ukrainischer Boeing gesichtet – Moskau
    Infos zu C-Waffen-Einsatz in Syrien gefälscht? Russland präsentiert der Uno Beweise
    Handelsabkommen zwischen USA und China trifft Deutschland hart – Studie
    Tags:
    Wladimir Putin, Bundesregierung, Mord, Georgier, Berlin