03:17 06 Dezember 2020
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    Die im US-Kongress debattierten Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs russischer S-400-Luftabwehrsysteme werden keinen Einfluss auf Ankaras Pläne haben und das Land nicht an deren Aufstellung hindern. Der Sprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin, hat sich dazu gegenüber Journalisten geäußert. Dies teilt die Agentur RIA Novosti mit.

    „Wenn das Dokument den US-Kongress passiert, kommt es auf den Tisch von US-Präsident Donald Trump. Wir wissen, dass Trump der Türkei gegenüber positiv eingestellt ist. Dies wird sich jedoch auf jeden Fall nicht auf unsere Pläne für die S-400 auswirken, der Prozess wird fortgesetzt (…) Zu diesem Thema gibt es keinen Rückzieher. Die S-400 werden von unserem Militär kontrolliert und eingesetzt“, zitiert die Agentur den Erdogan-Sprecher. 
    Die Nato-Staaten, die zuvor auf Ankaras Ersuchen hin die US-Flugabwehrraketensysteme „Patriot“ in der Südtürkei installiert hatten, hätten diese später von dort abgezogen, sagte Ibrahim Kalin.

    „Wir haben uns viel Mühe gegeben, mussten jedoch die S-400 erwerben“, fügte er hinzu.

    Auch die Frage bezüglich der Lieferung der neuesten US-amerikanischen Kampfjets F-35 an die Türkei hat Ibrahim Kalin thematisiert. Dies habe sich vor langer Zeit weit über den Rahmen der Technik und Verteidigung ausgeweitet, merkte er an. Die Kongressabgeordneten hätten diese Frage vollständig politisiert  und zu einem Instrument der Innenpolitik gemacht.

    Türkei kauft S-400-Systeme

    Die Lieferungen der neuesten russischen Flugabwehrsysteme S-400, die zu einer Krise in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA geführt hatten, begannen Mitte Juli. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zufolge werden die S-400 im April 2020 in Betrieb genommen.

    In Reaktion darauf forderte Washington, den Deal aufzugeben und als Ersatz dafür US-amerikanische „Patriot“-Systeme zu kaufen. Dabei drohte Washington, den Verkauf von Kampfjets der 5. Generation F-35 an die Türkei zu verzögern oder gar aufzuheben. Auch wurden Strafmaßnahmen im Rahmen des Gesetzes zur Implementierung und Ausweitung von Sanktionen (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act CAATSA) in Aussicht gestellt. Das bedeutet, dass nicht nur die ins Verzeichnis aufgenommenen Personen betroffen sind, sondern auch alle ihre Partner und anderen Akteure, die ihre Interessen vertreten hatten.  

    Ankara weigerte sich trotzdem, Zugeständnisse zu machen.

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    S-400, Türkei