21:58 21 Januar 2020
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    Der deutsche Fußballspieler Mesut Özil hat in einem Tweet die angebliche Unterdrückung der in China lebenden muslimischen Minderheit der Uiguren kritisiert. Der Fußballclub FC Arsenal, bei dem Özil unter Vertrag steht, hat sich indessen von dem Eintrag ihres Fußballers distanziert. Darüber hat zunächst der Guardian berichtet.

    Der frühere Nationalspieler habe unter anderem in dem Tweet das „Schweigen der muslimischen Brüder“ bemängelt, während das Thema von westlichen Regierungen und Medien aufgegriffen worden sei. Nachfolgend ein Auszug aus dem Eintrag in deutscher Übersetzung.

    „Oh Ostturkestan, die blutende Wunde der Umma, wehrt sich gegen die Verfolger, die versuchen, sie von ihrer Religion zu trennen. Sie verbrennen ihre Korane, sie haben ihre Moscheen geschlossen, sie verbieten ihre Schulen, sie töten ihre heiligen Männer, die Männer werden in Lager gezwungen und ihre Familien werden gezwungen, mit chinesischen Männern zu leben, die Frauen sind gezwungen, chinesische Männer zu heiraten. Aber die Muslime schweigen, sie reden nicht darüber, sie haben sie im Stich gelassen. Wissen sie nicht, dass eine Zustimmung zur Verfolgung selbst Verfolgung ist?“, heißt es in dem auf Türkisch verfassten Eintrag.

    Auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo nahm der FC Arsenal bereits dazu Stellung und betonte, der Inhalt des Eintrags sei die persönliche Meinung von Özil. Der Club fügte hinzu: „Als Fußballklub hat sich Arsenal immer an den Grundsatz gehalten, sich nicht politisch zu engagieren.“ Einem Guardian-Bericht zufolge könnten aber vielmehr Geschäftsinteressen dahinterstecken.

    Im Sommer des vergangenen Jahres eröffnete der Verein die erste eigene Arsenal-Sportbar der Welt – und zwar in Schanghai. Zudem ist China der größte Auslandsmarkt für die englische Premier League.

    Peking bestreitet Inhaftierung von Uiguren

    Die chinesische Regierung bestreitet, dass Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Uiguren gegen ihren Willen in Lagern festgehalten werden.

    „Die Ausbildungszentren sind keine Gefängnisse. Es handelt sich auch nicht um Lager, in denen Menschen inhaftiert werden, wie es in einigen Presseorganen behauptet wird. Das sind Ausbildungszentren in der Art von Internaten“, betonte der chinesische Botschafter in Ankara, Deng Li.

    Ein Ziel der Zentren in der nordwestlichen Provinz Xinjiang sei es, die Menschen dort von extremistischem Gedankengut zu befreien, sagte der Diplomat in dem am Samstag veröffentlichten Interview. Daneben lernten sie die amtliche Landessprache Mandarin. Hinzu komme das Erlernen von Rechtsnormen und beruflichen Fachkenntnissen.

    Enthüllung geheimer Dokumente

    Ende November hatte das Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) geheime Dokumente der Kommunistischen Partei Chinas enthüllt, die zeigen, dass die in Peking als Weiterbildungseinrichtungen bezeichneten Lager streng bewachte Einrichtungen zur Umerziehung sind.

    Auch widerlegen sie Aussagen der chinesischen Regierung, wonach der Aufenthalt darin freiwillig sei. Die Unterlagen zeigen zudem, wie Uiguren gezielt überwacht werden und eine große Datenbank alle möglichen Informationen sammelt, um Verdächtige zu ermitteln.

    Die Uiguren

    Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt.

    Die Uiguren sind seit mehr als tausend Jahren in der Autonomen Region Xinjiang beheimatet, die China seit dem 18. Jahrhundert formal kontrolliert. Schätzungen zufolge leben dort rund elf Millionen Uiguren.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    China, Uiguren, Arsenal, Mesut Özil