06:25 22 Januar 2020
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    Vor dem Fachkräftegipfel im Kanzleramt am Montag hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den Abbau bürokratischer Hürden bei der Anwerbung qualifizierter Zuwanderer gefordert. Gesundheitsminister Spahn sprach sich seinerseits für klare Kriterien aus, während die Integrationsbeauftragte Widmann-Mauz vor einer Wiederholung alter Fehler warnte.

    Die Visa-Verfahren und das Anerkennen von Berufsschulabschlüssen müssten viel schneller durchgeführt werden als bisher, sagte Altmaier dem „Tagesspiegel“ vom Sonntag.

    Deutschland habe ein Interesse daran, im Wettbewerb um die fähigsten Köpfe, um die fleißigsten Handwerker, um die besten Arbeitnehmer vorne mit dabei zu sein, so der CDU-Politiker. Pilotprojekte werde es etwa mit Brasilien, Indien und Vietnam geben. Es gehe angesichts der demografischen Entwicklung auch darum, das hohe Niveau der sozialen Absicherung in Deutschland zu erhalten.

    Spahn fordert klare Kriterien

    Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich für klare Kriterien und eine zielgenaue Auswahl ausländischer Fachkräfte aus. Deutschlands alternde Gesellschaft brauche mehr medizinisches Personal, als sie ausbilden könne, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Die Zuwanderer, die zum Arbeiten kämen, müssten aber auch zu Deutschland passen. Sie müssten motiviert, gut qualifiziert und bereit sein, die hiesigen Werte zu leben.

    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, warnte davor, „Fehler der Vergangenheit“ zu wiederholen. „Es war falsch, die sogenannten Gastarbeiter der 50er und 60er Jahre nicht systematisch zu integrieren“, sagte die CDU-Politikerin den Funke-Zeitungen. Es gehe um mehr als Arbeitskräfte. „Was dem türkischen Bergmann der ersten Gastarbeitergeneration gefehlt hat, muss die philippinische Pflegerin von heute bekommen."

    Merkel warnt vor Firmen-Abwanderung

    Am Samstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland vor einer Abwanderung von Unternehmen gewarnt.

    „Wir kennen viele Handwerker und Betriebe, die händeringend Fachkräfte suchen“, sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

    „Deshalb ist es notwendig, dass wir uns um ausreichend Fachkräfte bemühen. Denn sonst müssen Unternehmen abwandern – und das wollen wir natürlich nicht.“

    Ohne ausreichend Fachkräfte könne ein Wirtschaftsstandort nicht erfolgreich sein, so die Kanzlerin. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März in Kraft tritt, solle schnell wirken.

    leo/ae/rts

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    Zuwanderer, Zuwanderung, Jens Spahn, Annette Widmann-Mauz, Peter Altmaier, Deutschland