17:00 03 August 2020
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    Der türkische Verteidigungsminister, Hulusi Akar, hat am Sonntag am Rand des Doha-Forums in Katar den Grund für den Erwerb der russischen Luftabwehrsystems S-400 genannt. Laut Akar hat sich die Türkei hinsichtlich des Erwerbs von Raketenabwehrsystemen an die westlichen Staaten gewandt, aber diese haben auf die Anfragen nicht reagiert.

    „Seit 1999 haben wir uns an die USA und an Frankreich gewandt – und schließlich sahen wir uns gezwungen, dieses System zum Schutz unseres Landes bei Russland zu kaufen, da dies notwendig war“, sagte der Verteidigungsminister.

    Zudem versicherte er, die Türkei bleibe Nato-Mitglied und habe nicht vor das Atlantische Bündnis zu verlassen. Er betonte: „Im Rahmen der Nato erfüllen wir alle Verpflichtungen innerhalb unseres Verantwortungsbereiches.“

    Anfang Dezember hat der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, ebenfalls mitgeteilt, die Türkei könne aus technischen Gründen die Flugabwehrsysteme nicht bei ihren Nato-Verbündeten beschaffen und ziehe den Kauf von Waffen außerhalb des Bündnisses in Betracht.

    Er betonte unter anderem, dass die Türkei Nato-Mitglied sei, aber auch gleichzeitig ein Nachbar Russlands, mit dem man zusammenarbeiten müsse. 

    Spannungen wegen der S-400-Lieferungen

    2017 hatten Russland und die Türkei einen Vertrag zur Lieferung von Flugabwehrsystemen S-400 geschlossen. Der russisch-türkische Deal führte allerdings zu Spannungen zwischen Ankara und Washington.

    Russisches Luftabwehrsystem S-400 Triumph (Archiv)
    © RIA Novosti . Informations- und Presseamt der Baltischen Region

    Die USA forderten die Türken auf, auf den Deal mit den Russen zu verzichten und stattdessen US-amerikanische Patriot-Raketen zu kaufen. Ankara lehnte das ab, worauf die USA drohten, die Türkei aus dem F-35-Programm (Verkauf von Kampfjets der 5. Generation) auszuschließen.

    Darüber hinaus erwog Washington Strafmaßnahmen im Rahmen des Gesetzes zur Implementierung und Ausweitung von Sanktionen (CAATSA).

    Vor Kurzem hat der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, bekannt gegeben, die Türkei sei jetzt bereit, US-Raketensysteme Patriot zu erwerben, und warte nun auf eine Antwort der Vereinigten Staaten. Das Abkommen mit Russland sprach er auch an.

    „Die Türkei glaubt, dass die Vereinigten Staaten immer noch unsere Verbündeten sind, und wir bleiben ihre Verbündeten ... Niemand kann das Abkommen mit Russland über den Kauf der S-400 stornieren. Das Angebot Russlands war profitabler und wir haben es angenommen“, erklärte der Außenminister beim Doha-Forum in Katar.

    Er fügte hinzu, sollten die USA wegen der S-400-Lieferungen Sanktionen gegen die Türkei verhängen, werde Ankara reagieren.

    mka/gs

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    Tags:
    Russland, Lieferungen, Raketenabwehrsystem S-400, Türkei