20:04 03 Juli 2020
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    Die USA haben laut einem Medienbericht im Oktober heimlich zwei chinesische Botschaftsvertreter wegen Spionageverdachts ausgewiesen.

    Die beiden Männer sollen sich im September im Beisein ihrer Frauen Zutritt zu einer Militärbasis im US-Bundesstaat Virginia verschafft haben, auf der auch Spezialeinheiten stationiert sind, berichtete die Zeitung „New York Times“ am Sonntag unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen. Amerikanische Regierungsbeamte haben demnach die Annahme, dass es sich bei mindestens einem der Botschaftsmitarbeiter um ein Mitglied des chinesischen Geheimdienstes gehandelt habe.

    Da die Gruppe keine Zutrittserlaubnis vorweisen konnte, wurde sie aufgefordert, durch die Einfahrt auf das Gelände zu fahren und dort umgehend zu wenden, berichtet die „New York Times“ weiter. Statt die Militärbasis zu verlassen, seien die vier allerdings weitergefahren. Nachdem Feuerwehrwagen sie blockiert hätten, hätten sie angegeben, dass sie die Anweisungen des Wachmanns auf Englisch nicht verstanden und sich verirrt hätten.

    Das Motiv des versuchten Eindringens sei nicht klar. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Sicherheitsvorkehrungen getestet werden sollten. Auf eine Anfrage beim Außenministerium in Washington gab es zunächst keine Rückmeldung. Auch die „New York Times“ verweist darauf, dass weder das US-Außenministerium noch das FBI den Vorfall kommentieren wollte. Auf Anfrage beim chinesischen Außenministerium und der Botschaft in Washington habe es keine Antwort gegeben. Sollte sich der Vorfall bestätigen, wäre es der Zeitung zufolge die erste Ausweisung chinesischer Diplomaten wegen Spionageverdachts seit mehr als 30 Jahren.

    Handelsstreit US-China

    Das Verhältnis zwischen den USA und China ist angespannt. Die Länder befinden sich nun schon seit gut einem Jahr im Zustand eines „Handelskrieges“. Die beiden Länder haben mehrmals gegenseitig Handelszölle eingeführt bzw. erhöht. Der Handelsstreit zwischen diesen Wirtschaftsmächten beeinflusst das gesamte Wirtschaftswachstum in der Welt negativ.

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump zugegeben, dass die Annahme  von zwei Gesetzgebungsakten zur Unterstützung der Protestierenden in Hongkong die Verhandlungen nicht erleichtere. Später erklärte Trump auf einer Pressekonferenz im Rahmen des jüngsten Nato-Gipfels in London, er habe keine Deadline für den Abschluss eines Handelsvertrags mit China.

    Jetzt wird von den Marktteilnehmern die Wahrscheinlichkeit dessen eingeschätzt, ob die bis Jahresende geplanten neuen Einfuhrzölle der USA für etliche chinesische Warenarten doch noch in Kraft treten werden oder ob sie im Falle eines Fortschritts bei den Verhandlungen aufgehoben werden.

    sm/gs

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    China, Ausweis, Botschaft, USA