19:05 11 August 2020
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    Ein Pentagon-Sprecher hat vor internationalen Journalisten die jüngsten Aussagen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die mögliche Schließung der Militärstützpunkte Incirlik und Kürecik kommentiert.

    „Wir sehen den Status unserer Streitkräfte in der Türkei als Symbol für unser jahrzehntelanges Engagement, mit unserem Nato-Verbündeten und strategischen Partner Türkei zusammenzuarbeiten und ihn zu verteidigen“, so ein Pentagon-Sprecher gegenüber dpa.

    „Das Ministerium ist bestrebt, diese Beziehung zu bewahren und die Türkei gleichzeitig zu ermutigen, eine konstruktivere Politik zu verfolgen, was S-400, Syrien und andere Bereiche angeht, in denen es Meinungsverschiedenheiten gibt.“

    Unter anderem zitieren russische Medien den Pentagon-Sprecher, der darauf verwies, dass die Türkei „ihren Beitrag für die Mission (der Nato) in Afghanistan, Kosovo und dem Irak leistet und wichtig“ für die Ziele der Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten sei.

    Erdogan droht USA

    „Wenn erforderlich“ könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schließen, sagte Erdogan am Sonntagabend in einem Interview mit dem TV-Sender „A Haber“.

    Frühere Drohung

    Zuvor hatte der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von US-Sanktionen den USA den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

    „Wenn die USA Sanktionen gegen die Türkei verhängen, wird die Frage mit den Stützpunkten Incirlik und Kürecik auf die Tagesordnung kommen“, sagte er damals.

    Die Basis Incirlik in der Provinz Adana wird von US-Luftstreitkräften genutzt. Die Frühwarn-Radarstation Kürecik in Malatya ist Teil der Nato-Raketenabwehr in Europa. Sie funktioniert seit 2012 und wird auch von US-Luftstreitkräften bedient.

    Streit um S-400-Lieferungen an Ankara

    Die Lieferungen der russischen Flugabwehrsysteme S-400 an die Türkei, die zu einer Krise in den Beziehungen zwischen Ankara und Washington geführt hatten, haben Mitte Juli begonnen. Dem türkischen Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, zufolge werden die S-400 im April 2020 in den Dienst gestellt.

    Als Reaktion darauf forderte Washington, den Deal aufzugeben und als Ersatz dafür US-amerikanische „Patriot“-Systeme zu kaufen. Dabei drohte Washington, den Verkauf von Kampfjets der 5. Generation F-35 an die Türkei zu verzögern oder gar aufzuheben. Auch wurden Strafmaßnahmen im Rahmen des Gesetzes zur Implementierung und Ausweitung von Sanktionen (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act CAATSA) in Aussicht gestellt. Das bedeutet, dass nicht nur die ins Verzeichnis aufgenommenen Personen betroffen sind, sondern auch alle ihre Partner und anderen Akteure, die ihre Interessen vertreten hatten.

    ak/ae/dpa

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    Tags:
    Raketenabwehrsystem S-400, Drohung, Schließung, Militärbasen, Türkei, Pentagon, USA