11:35 02 Juli 2020
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    Der estnische Innenminister Mart Helme hat die Ministerpräsidentin von Finnland als „Verkäuferin“ bezeichnet. Dadurch kam es zum Skandal zwischen den beiden Ländern. Nun entschuldigte sich die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid in einem Telefongespräch bei dem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö, so die Kanzlei des finnischen Staatschefs.

    „Auf Wunsch von Präsidentin Kaljulaid hat der finnische Präsident der Premierministerin Finnlands, Sanna Marin, und der finnischen Regierung Entschuldigungen übermittelt“, hieß es in einem Statement der finnischen Kanzlei.

    Zuvor hatte die Ministerpräsidentin Finnlands Sanna Marin auf Twitter geschrieben, dass sie stolz auf ihr Land sei, wo auch ein Verkäufer zum Regierungschef ernannt werden könne. So konterte sie den Worten des estnischen Innenministers Mars Helme, der bemängelte, dass eine „Verkäuferin zum Premier“ wurde.

    „Ich bin sehr stolz auf Finnland. Hier kann ein Kind aus einer armen Familie eine Ausbildung bekommen und vieles in seinem Leben erreichen. Eine Kassiererin in einem Geschäft kann Ministerpräsidentin werden. Finnland wird ohne die Arbeiterklasse nicht überleben. Ich schätze die Arbeit von jedem Mitarbeiter, jedem Spezialisten und jedem Unternehmer!“ twitterte die finnische Ministerpräsidentin.

    Die Wortwahl des estnischen Innenministers löste einen Skandal aus, vor allem da die beiden Länder in einer besonders freundlichen Beziehung zueinander stehen. Einige finnische Politiker betonten, dass durch die Worte von Helme die Beziehungen zwischen den beiden Ländern angeschlagen worden seien.

    Daraufhin erklärte Helme, seine Meinung sei nicht die offizielle Position der Regierung.

    „Ich denke, es sollte klargestellt werden, dass ich bei der Bewertung der linken Regierung (Finnlands) im Fernsehsender TRE nicht die Position der Regierung zum Ausdruck gebracht habe, sondern den persönlichen Standpunkt und die Sichtweise der Partei dargelegt habe“, erklärte Helme auf Anfrage des Estnischen Rundfunks.

    Die finnische Presse notierte dabei, dass die Estnische Konservative Partei (EKRE), deren Vorsitzender Mart Helme ist, für ihren Populismus und Euroskeptizismus bekannt sei.

    dg/ae

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    Tags:
    Kersti Kaljulaid, Finnland, Estland