21:32 05 Juli 2020
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    Die Nato hat vermehrte Einsätze der russischen Marine gemeldet – von zehn russischen U-Booten auf einmal soll die Rede sein. Dem nordatlantischen Militärbündnis zufolge hat es besonders viele Untersee-Aktivitäten im Nordatlantik und in der Norwegischen See gegeben.

    Nach Angaben der Nato wurde Mitte Oktober zwischen Grönland, Island und Großbritannien ein ganzer Schwarm moderner russischer U-Boote registriert. Russlands Seestreitkräfte sollen getestet haben, wie weit sie unbemerkt nach Westen vorstoßen könnten, meldete der norwegische Militärgeheimdienst.

    Allein rund um die Bäreninsel im Gewässer zwischen Spitzbergen und dem nördlichsten Teil des norwegischen Festlandes seien demnach sechs Boote in Position gegangen. Vier weitere seien in der Barentssee und im Europäischen Nordmeer unterwegs gewesen.

    „Russland verstärkt kontinuierlich seine Operationen unter Wasser“, sagte die Nato-Sprecherin, Oana Lungescu, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

    Besonders betroffen seien der Nordatlantik und die Norwegische See. Die Nato werde darauf reagieren, unter anderem mit mehr Patrouillen. Zudem werde man in moderne U-Boot-Bekämpfung aus der Luft investieren. Der Nordatlantik bleibe, betonte die Sprecherin, mit Blick auf militärische Nachschubrouten, zivile Handelswege und Kommunikationskanäle „von vitaler Bedeutung für die Sicherheit Europas“.

    Im August 2019 hatte Russland ein großes Flottenmanöver in der Ostsee vorgenommen. An der neuntägigen Übung namens „Ozean-Schild 2019“ waren fast 70 Schiffe und mehr als 10.000 Soldaten beteiligt.

    Russlands Unterseeflotte

    Laut RND blicken westliche Militärs mit Besorgnis auf die technologischen Fortschritte der Russen. Russlands U-Boote seien seit Neustem sehr viel leiser, Russlands Raketen zugleich sehr viel schneller als bisher.

    Derzeit teste die russische Marine ein schwer aufzuspürendes Upgrade der U-Boote der Borej-Klasse. Die Schiffe sollen im Laufe des Jahres 2020 Überschall-Raketen des Typs Zirkon bekommen – bei denen noch nicht genau feststehe, ob gegenwärtige westliche Abfangsysteme sie überhaupt aufhalten könnten.

    2018 hatte der damalige Oberbefehlshaber der russischen Seestreitkräfte, Wladimir Koroljow, erklärt, eine höhere Präsenz Russlands in den Weltmeeren sei Priorität. Die Präsenz der russischen Seestreitkräfte müsse „in dem Ausmaß erfolgen, das jegliche Gefahren in diesem Bereich ausschließen“ würde. Diese Aufgabe würden zurzeit etwa 100 Kriegsschiffe unterschiedlicher Klasse erfüllen.

    Das Borej-U-Boot ist 170 Meter lang und 13,5 Meter breit und kann auf bis zu 29 Knoten beschleunigen. Die maximale Tauchtiefe beträgt bei einer Wasserverdrängung von 24.000 Tonnen 450 Meter.

    Zudem können die U-Boote mit bis zu 16 Interkontinentalraketen R-30 Bulawa bestückt werden. Jede dieser Raketen kann mit Atomsprengköpfen gleichzeitig bis zu zehn Ziele in einer Entfernung von bis zu 8000 Kilometern angreifen.

    Die Geschwindigkeit der schiffsgestützten Hyperschall-Rakete „Zirkon“ beträgt neun Mach, was 11.000 Stundenkilometern entspricht. Sie kann Ziele aus einer Entfernung von mehr als 1000 Kilometern treffen.

    mka/ae

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