20:55 21 Januar 2020
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    Die Bewegung „Gesundheit im Widerstand“ (MSR) in Chile hat eine Studie veröffentlicht, in der sie der uniformierten Polizei von Chile „Carabineros“ vorwirft, hohe Konzentrationen von Ätznatron in den Wasserwerfern einzusetzen. Die Polizei wies die Anschuldigungen zurück. Darüber berichtete die chilenische Zeitung „La Tercera“.

    „Die Flüssigkeit enthält sehr ätzende Elemente, mit einem pH-Wert von 12 bei einer Skala von eins bis 14“, hieß es in der Studie, welche das College der Pharmazeutischen Chemie und Biochemie von Chile im Auftrag der Bewegung „Gesundheit im Widerstand“ durchgeführt hat. Die Zeitung „La Tercera“ veröffentlichte die Studie auf ihrer Webseite.

    Laut der Bewegung wurde eine Molekular- und physikalisch-chemische Analyse der Wasserproben initiiert, da es Beschwerden wegen starken chemischen Verätzungen gab. Die Menschen sollen nach einem Kontakt mit dem Wasser aus den Wasserwerfern der „Carabineros“ Verätzungen bekommen haben. In dem Wasser wurden laut der Analyse Spuren von Capsaicin (die Hauptkomponente in Pfefferspray) und Ätznatron festgestellt.

    Später äußerte sich auch ein Sprecher der „Carabineros“ zu dem Bericht. Jean Camus Davila von der Administration der chilenischen Polizei wies die Anschuldigung zurück und versicherte, die Polizei mische dem Wasser kein Ätznatron bei. Sonst würden sich Hunderte über Verätzungen beschweren.

    Experten von lokalen Medien nahmen den Bericht unter die Lupe und merkten an, dass er zwar „sehr wissenschaftlich“ ausgestattet sei, allerdings sei es unmöglich zu bestätigen, dass die Wasserproben tatsächlich aus den Wasserwerfern stammen würden. Einer der Experten erklärte der „Tercera“, dass in der Studie nicht gesagt werde, wie die Wasserproben entnommen worden seien.

    Die Bewegung „Gesundheit im Widerstand“ entstand im Laufe der Proteste, die in Chile im Oktober 2019 begonnen hatten. Die Bewegung besteht aus mehreren hundert Studenten, Ärzten, Psychologen und Juristen.

    Massenproteste in Chile

    In Chile war Mitte Oktober eine Protestwelle wegen der Erhöhung der U-Bahn-Ticketpreise um 30 chilenische Pesos (umgerechnet vier Euro-Cent) in der Hauptstadt Santiago entbrannt. Sie weitete sich auf das ganze Land aus und dabei wurden Forderungen laut, die über die Rücknahme der Fahrpreise hinausgingen. Die Demonstrationen verliefen zunächst friedlich, wurden jedoch mit der Zeit zunehmend radikaler. Viele protestierten wegen niedriger Löhne und Renten, hoher Preise und unmöglicher Studiengebühren. Medienberichten zufolge sind bei den Demonstrationen mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Im Ergebnis musste Chile im November den APEC-Gipfel im November und das Klimaforum COP25 im Dezember absagen.

    dg/ae

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    Tags:
    Proteste, Unruhen, Chile, Wasserwerfer