18:45 18 Januar 2020
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    Der wegen antisemitischer Äußerungen entlassene Diplomat Wassili Maruschinetz aus der Ukraine, der zuletzt in Hamburg gearbeitet hatte, darf seinen Dienst wieder aufnehmen. Das ukrainische Berufungsgericht sah in seinen Äußerungen keinen Verstoß gegen den Eid von Staatsbediensteten, wie ukrainische Medien am Dienstag in Kiew berichteten.

    Der 63 Jahre alte Mann dürfe nun wieder als Diplomat arbeiten, hieß es. Zudem sprach ihm das Gericht eine Entschädigung für den Verdienstausfall in Höhe von umgerechnet 8300 Euro zu, wie das Nachrichtenportal ukranews.com schreibt.

    Maruschinetz hatte bis zum vergangenen Jahr im ukrainischen Konsulat in Hamburg gearbeitet. Nachdem der ukrainische Blogger Anatolij Scharij im Mai 2018 die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf gelenkt hatte, was der Diplomat auf seiner Facebook-Seite nur einem kleinen Freundeskreis zugänglich machte, war er zunächst suspendiert und dann entlassen worden.

    Maruschinetz leugnete in seinen Posts den Holocaust und rechtfertigte das Massaker von Babij Jar sowie erklärte, dass es ehrenhaft sei, ein Faschist zu sein. Laut Maruschinetz hätten die Juden 1934 Deutschland den Krieg erklärt. Er rief in seinen Posts auf, polnische und ungarische Gebiete zu erobern, zeigte Bilder von seinem 60. Geburtstag, auf denen er mit einer Torte posiert, die wie Hitlers „Mein Kampf“ gestaltet ist.

    Der ukrainische Ex-Konsul in Hamburg Wassyl Maruschtschinez feiert seinen 60. Geburtstag
    © Foto : Soziale Netzwerke
    Der ukrainische Ex-Konsul in Hamburg Wassyl Maruschinetz feiert seinen 60. Geburtstag

    Besonders interessant ist auch, dass unter den Facebook-Freunden von Maruschinetz Dutzende Mitarbeiter des ukrainischen Außenministers sein sollen, von denen einige sogar seine Posts geliked haben sollen. 

    Nach dem Bekanntwerden von all der Hetze im Internet kam es zu einem Skandal und das Bundesaußenministerium soll diesbezüglich laut ukranews.com sogar eine Note beim ukrainischen Außenministerium eingereicht haben. Aus diesem Grund könne Maruschinetz dem Nachrichtenportal zufolge nicht mehr als Diplomat nach Deutschland geschickt werden. Er wird nun das Amt des ersten Sekretärs in einer Sicherheitsabteilung bekleiden, die sich mit Entgegenwirken den angeblichen Gefahren aus Russland beschäftigt.

    om/gs

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    Tags:
    Hamburg, Skandal, Konsulat, Deutschland, Holocaustleugnung, Antisemitismus, Diplomat, Ukraine