09:35 18 Januar 2020
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    Die Regierung in Athen rechnet im kommenden Jahr mit rund 100.000 über die Türkei kommenden Migranten auf den griechischen Inseln. Das sagte der Regierungsbeauftragte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen, Manos Logothetis, gegenüber Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Mittwoch.

    „Die Krise ist aktuell, und sie ist gravierend“, so Logothetis. Er  kündigte an, dass die griechische Regierung 2020 von den Inseln 10.000 Asylsuchende in Richtung Türkei abschieben wolle. Dafür wolle man zusätzliche 270 Asyl-Entscheider einstellen. Zudem würden neue Erstaufnahmelager auf jenen fünf Inseln gebaut, die die größte Last der Migrationsbewegung trügen.

    Überfüllte Lager

    Seit Monaten kommen unzählige Flüchtlinge über die Türkei auf die Inseln in der Ägäis. Die Lage in den völlig überfüllten Registrierlagern gerät zunehmend außer Kontrolle, die Zustände dort sind nach Berichten humanitärer Organisationen dramatisch.

    Nach jüngsten Angaben des zuständigen Ministeriums in Athen harren in den Lagern der Inseln mehr als 41.000 Menschen aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspakts im März 2016. Noch im April lebten auf den betroffenen Inseln nur 14.000 Migranten.

    Weniger Asylexperten aus Deutschland

    Deutschland hat dem Bericht zufolge in diesem Jahr weniger Beamte als Hilfe für die griechischen Asylbehörden auf die Inseln geschickt. Laut der EU-Asylbehörde EASO seien es 2019 insgesamt 80 Asylexperten unter anderem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gewesen, um bei der Registrierung zu unterstützen, so die Zeitungen. 2018 waren es demnach noch 124 Beamte, im Jahr zuvor 130.

    pd/mt/dpa/

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