16:45 03 August 2020
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    Die Republik Korea wird wahrscheinlich Anfang 2020 eine Truppengruppierung entsenden, damit diese an der von den USA geführten Mission zum Schutz von Handelsschiffen auf den Wasserwegen im Nahen Osten teilnehmen kann. Dies berichten südkoreanische Medien unter Verweis auf eigene Quellen in der Regierung und beim Militär am Mittwoch.

    Die entsprechende Entscheidung sei auf einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Dienstag getroffen worden, hieß es. Zudem habe Seoul die Vereinigten Staaten benachrichtigt und begonnen, Einzelheiten der Truppenstationierung auszuarbeiten.

    Südkorea werde wahrscheinlich seine Einheit Cheonghae entsenden, die 2019 im Rahmen des multinationalen Truppenverbands Combined Task Force 151 zur Bekämpfung der Piraterie vor Somalia gebildet worden sei.  

    Die Einheit bestehe aus dem Zerstörer „Wang Geon“ mit einer Wasserverdrängung von 4.400 Tonnen, einem Kampfhubschrauber und 300 Militärangehörigen, von denen die meisten Angehörige von Spezialeinheiten seien. Während ihres Einsatzes im Golf von Aden hätten sie 21 Piratenangriffe auf zivile Schiffe verhindert.

    Es sei in der letzten Zeit schwierig geworden, Washingtons eindringliche Forderungen zu ignorieren, sich der internationalen Koalition anzuschließen, die die vom Iran angedrohte Blockierung der Straße von Hormus verhindern solle, so die Quellen. Daher habe Seoul schließlich der Truppenentsendung  zugestimmt.

    Um die Beziehungen zu Teheran aufrechtzuerhalten, sei jedoch beschlossen worden, keine einzelne Gruppierung in die Region zu entsenden, sondern den Verantwortungsbereich der bestehenden Cheonghae-Einheit zu erweitern, berichten Medien.

    Die aktuelle Entscheidung sei vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen über die Aufteilung der Kosten für die Stationierung der US-Truppen in Südkorea getroffen worden. Washington verlange von Seoul, seinen Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung mehrfach zu erhöhen, aber diese Forderung sei für Südkorea inakzeptabel. Als eine Kompromissmaßnahme erwäge das Land eine aktivere Beteiligung an den US-Missionen im Ausland.

    70 Prozent des von Südkorea importierten Öls gelangen ins Land durch die Straße von Hormus, und ein bedeutender Teil davon wird traditionell im Iran gekauft.

    US-geführte Mission im Persischen Golf

    Ende Juli hatten die USA die Gründung einer Koalition zum Schutz der internationalen Schifffahrt im Persischen Golf angekündigt. Ziel sei es, Seehandelswege offen zu halten, hieß es damals.

    Mittlerweile soll die „Operation Sentinel“ genannte Mission, an der neben dem US-Militär auch Kräfte aus Großbritannien, Australien, Saudi-Arabien und Bahrain beteiligt sind, in vollem Gange sein. Die USA seien zudem mit mehreren anderen Ländern im Gespräch und würden davon ausgehen, dass sich noch weitere Staaten der Mission anschließen würden, hieß es weiter.

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    Stationierung, Mission, USA, Südkorea, Straße von Hormus