09:50 26 Januar 2020
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei der traditionellen jährlichen Pressekonferenz die jüngste Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur über den Ausschluss Russlands für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften kommentiert.

    „Jegliche Strafe muss individuell sein: Falls jemand bei etwas erwischt wurde, ist es dann absolut natürlich und fair; aber wenn die meisten unserer Sportler sauber sind, wie kann man sie wegen jemandes Vorgehens bestrafen?“, so Putin.

    Ferner sagte der Präsident, dass es im heutigen Eiskunstlauf Russlands viele junge Sportlerinnen, also Mädchen, „fast Kinder“, gebe.

    „Welchen Zusammenhang haben sie zum Doping? Keinen, aber sie springen, machen vierfache Sprünge, und niemand tut das bislang, fast niemand im Frauen-Eiskunstlauf. Also kann man sie vom Eis und auf solche Weise aus dem Eiskunstlauf werfen. Kann man das? Man kann es, aber wozu? Wird das für die Entwicklung des Weltsports nützlich sein. Ich denke nicht“, sagte Putin weiter.

    Putin spricht von Widerspruch

    Die WADA-Entscheidung widerspreche der Olympischen Charta. „Eine Mannschaft soll nicht unter neutraler Flagge auftreten, wenn es keine faktischen Vorwürfe gegen das aktuelle Olympische Komitee gibt, - so steht es in der Charta geschrieben.“

    Unter anderem sagte Putin:

    „Diese Entscheidung ist unfair und entspricht nicht dem gesunden Menschenverstand und Recht.“

    Falls es keine Vorwürfe gebe, bedeute dies, dass die Mannschaft unter ihrer Flagge auftreten solle. „Klären Sie das mit konkreten Menschen auf, wir werden natürlich helfen und dazu beitragen.“

    Russland tue alles, damit der russische Sport sauber sei. Die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) wurde im engen Kontakt zur WADA geschaffen.

    „Wir haben sogar die Leiter auf ihre Empfehlungen hin gewählt. Ich denke, das gibt Anlässe, davon auszugehen, dass diese Entscheidung leider irgendwelchen politischen Sinn hat“, sagte der russische Präsident.

    Wada sperrt Russland für vier Jahre

    Das Hauptgebäude der suspendierten Anti-Doping-Labor in Moskau
    © REUTERS / Sergei Karpukhin
    Das Exekutivkomitee der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) hatte sich am 9. Dezember dafür entschieden, russische Athleten für vier Jahre von der Teilnahme an den Olympischen Spielen auszuschließen.

    Russland kann damit vier Jahre lang an keinen internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Nur „reine“ Athleten mit neutralem Status werden zu großen Turnieren zugelassen. Das russische Nationalteam wird sich nicht unter seiner Flagge bewerben können, sondern unter bestimmten Voraussetzungen als „neutrale Athleten“ starten.

    ak/mt

     

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    Tags:
    Sportler, RUSADA, WADA, Wladimir Putin, Russland