10:53 18 Januar 2020
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    Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat in einem Brief an Premierminister Boris Johnson formell die Erlaubnis für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum eingefordert. Man habe bereits deutlich gemacht, dass Schottland keine von Premierminister Boris Johnson geführte Tory-Regierung wolle, die Schottland aus der EU führe.

    «Die Demokratie muss und wird siegen», sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Donnerstag vor Journalisten in Edinburgh. Zuvor hatte sie erklärt, dass sie den britischen Premierminister Boris Johnson in einem Brief gebeten hat, ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für Schottland durchzuführen. Ob eine Volksabstimmung in dem britischen Landesteil stattfinden kann, entscheidet bislang die Zentralregierung in London. Johnson hatte Sturgeons Wunsch bereits mehrfach abgewiesen. Die schottische Regierungschefin will das Referendum 2020 abhalten. Noch am Donnerstag könnte eine Reaktion auf den Brief durch Staatsminister Michael Gove zu erwarten sein, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in London.

    Rund 55 Prozent der Schotten hatten sich bei einem ersten Referendum im Jahr 2014 gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Sturgeon argumentiert jedoch, die Umstände hätten sich durch das Brexit-Referendum von 2016 verändert. Damals stimmte eine knappe Mehrheit der Briten für den EU-Austritt. Die Schotten votierten aber mit 62 Prozent gegen den Brexit.

    Bei der britischen Parlamentswahl in der vergangenen Woche hatte Sturgeons Schottische Nationalpartei SNP kräftig zugelegt und 48 von 59 Sitzen in dem Landesteil gewonnen. Die Partei sieht sich daher in ihrem Unabhängigkeitsstreben bestätigt.

     as/dpa

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    Tags:
    Schottland, Großbritannien, Brexit, EU, Nicola Sturgeon, Boris Johnson