19:22 18 Januar 2020
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    Polen kann sich bei einem möglichen Transitstopp durch die Ukraine im Übermaß mit Erdgas versorgen. Dies hat die Agentur RIA Novosti unter Verweis auf einen Vertreter des polnischen Gaskonzerns PGNiG mitgeteilt.

    „PGNiG hat die mit der Möglichkeit eines Stopps des Gastransits durch die Ukraine verbundenen Risiken im Voraus geprüft. Angesichts der alternativen Gasversorgungsquellen entwickelt sich die Situation so, dass die Bedürfnisse der polnischen Verbraucher vollständig gedeckt werden“, zitiert RIA Novosti am Mittwoch ihren Gesprächspartner.

    Zudem präzisierte er, dass die polnischen Verbraucher nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2020 etwa 25,6 Milliarden Kubikmeter Gas ohne Berücksichtigung der ukrainischen Richtung erhalten könnten. Dieses Volumen setze sich aus der heimischen Gasproduktion, den gespeicherten Reserven sowie dem Gastransit durch Weißrussland zusammen.

    Zuvor hatte der Chef des ukrainischen Gasversorgungsunternehmens „Naftogaz“, Andrej Kobolew, erklärt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen neuen Gastransitvertrag mit Russland zum Jahresende zu unterzeichnen, bei null liege.

    Gastransitvertrag läuft zum Jahresende aus

    Der gültige Gastransitvertrag zwischen Russland und der Ukraine läuft Ende dieses Jahres aus. Bei den jüngsten dreiseitigen Konsultationen unter Teilnahme der EU-Kommission wies Gazprom im Oktober auf die Notwendigkeit einer Paketlösung des Problems hin. Es geht darum, den Transitvertrag und den Gasversorgungsvertrag zeitgleich zu unterzeichnen und parallel dazu die gerichtlichen Streitigkeiten beider Konzerne einzustellen.

    Seit 2015 kauft die Ukraine kein Gas mehr von Russland, sondern erwirbt es in Westeuropa, im sogenannten reverse flow. Was nicht heißt, dass es sich nicht letztlich um russisches Gas handelt, nur kommt es jetzt aus einer anderen Richtung.

    Gasfrage beim Normandie-Gipfel besprochen

    Bei den Gesprächen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des ukrainischen Staatschefs Wladimir Selenski über die Gasfrage am Rande des Normandie-Gipfels in Paris Anfang Dezember ist keine endgültige Einigung erzielt worden. Laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kann noch nicht gesagt werden, dass es gelungen sei, das Problem der Verlängerung des Transitvertrags und die Klärung der Frage bezüglich der Ansprüche im Stockholmer Schiedsverfahren zu lösen.

    Peskow zufolge war vereinbart worden, dass die Führung der Gasunternehmen und die zuständigen Minister ihre Kommunikation fortsetzen werden.

    Zuletzt hatten sich der Gazprom-Chef Alexej Miller und der Exekutivdirektor des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Juri Witrenko, am 13. Dezember in Wien getroffen. 

    Trilaterale Konsultationen werden am 19. Dezember in Berlin erwartet.

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    EU-Kommission, Vertrag, Russland, Ukraine, Polen, Gas