22:06 21 Januar 2020
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    Im Zusammenhang mit dem Amtsenthebungsverfahren fordert nun das evangelikale Magazin „Christianity Today“ die Entfernung von Donald Trump. Evangelikale Christen zählten bisher zu den wichtigsten Unterstützern des US-Präsidenten.

    Das Magazin „Christianity Today“ wurde vom verstorbenen Reverend Billy Graham gegründet. Graham wird in den Vereinigten Staaten nicht nur von konservativen Theologen als einer der einflussreichsten christlichen Prediger des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

    „Grobe Unmoral“ und „ethische Inkompetenz“

    In einem am Donnerstag in „Christianity Today“ veröffentlichten Leitartikel fordert der Autor Mark Galli nun die Amtsenthebung von Präsident Trump und hält ihn für „grob unmoralisch“:

    „Wir beurteilen Mr. Trump seit Jahren zurückhaltend“, schreibt Galli. „Einige kritisieren uns für unsere Zurückhaltung. Aber wenn es darum geht, das Verhalten eines anderen zu verurteilen, muss die geduldige Nächstenliebe an erster Stelle stehen. Um ein altes Klischee zu benutzen: Es ist Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Egal, wie viele Hände wir in diesem politischen Pokerspiel gewinnen, wir spielen mit einem Stapel von grober Unmoral und ethischer Inkompetenz.“

    Evangelikale stellen 25 Prozent der Wähler

    „Christianity Today“ ist ein einflussreiches Mainstream-Magazin für Evangelikale mit 4,3 Millionen monatlichen Besuchern auf seiner Website und Hunderttausenden Printabonnenten. Präsident Trump gewann 2016 81 Prozent der evangelikalen Stimmen. Diese Gruppe macht laut dem Pew Research Center etwa 25 Prozent der Wähler aus.

    Billy Grahams Sohn Franklin ist ein leidenschaftlicher Anhänger von Präsident Trump. Er sagte dem Nachrichtenportal „Axios on HBO“ im November, dass er den Präsidenten unterstützt, weil dieser „den Glauben verteidigt“.

    Galli nennt die Haltung von „Christianity Today“ eine moralische Entscheidung – ähnlich kommentierte die Zeitschrift das frühere Amtsenthebungsverfahren von Präsident Bill Clinton.

    Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Kommentatoren bewerten die Aussage des Leitartikels dahingehend, dass Präsident Trump den Evangelikalen nichts mehr anzubieten hat. Bisher habe der US-Präsident folgende Wahlgeschenke an die konservativen Christen eingelöst:

    •  Gerichte, einschließlich des Obersten Gerichtshofs, wurden mit konservativen Richtern besetzt;
    • das Außenministerium wurde demontiert;
    • die Behandlung von Einwanderern in den USA ist auf einem Allzeittief;
    • Steuervergünstigungen für Unternehmen;
    • Entfremdung von den westlichen Alliierten

    Trump sei jetzt eher ein Risiko, das andere mit sich reißen könnte. Seine Regierung habe die höchsten Erwartungen übertroffen, jetzt sei es an der Zeit, ihn auszuschalten und jemanden wie Vizepräsident Mike Pence dazu zu bringen, den neuen Status quo so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Es gebe nichts Neues an seinem Verhalten, das man nicht auch schon vor drei oder sogar zwanzig Jahren hätte wissen können.

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