02:45 19 September 2020
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    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (44)
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    Moskau wird laut dem russischen Außenministerium weiterhin seine Wirtschaftsprojekte realisieren – unabhängig von Sanktionen jeder Art. Dies ist einer Erklärung des Außenamtes zu entnehmen, in der die US-Sanktionen gegen die Gaspipelines Nord Stream 2 und Turkish Stream kommentiert werden.

    „Russland hat seine Wirtschaftsprojekte realisiert und wird das auch weiterhin tun – unabhängig von Sanktionen jeder Art. Es wird allerdings interessant sein, inwieweit die europäischen Länder souverän sind, von denen – beispielsweise von Deutschland – Washington mit Befehlsstimme verlangt, den US-Energiebereich demütig zu finanzieren und dabei die eigenen Wirtschaftsinteressen zu vergessen“, unterstrich die Behörde.

    Das US-Finanzministerium meldet, dass die US-Sanktionen gegen die Pipelines Nord Stream 2 und Turkish Stream unverzüglich in Kraft getreten seien und die USA von den Unternehmen, die Rohre verlegen, fordern, die Arbeiten schleunigst einzustellen. Das Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung befasst ist, unterbrach die Arbeit und erwartet von den US-Behörden Erläuterungen hinsichtlich dessen, wie die Sanktionen angewandt werden.

    „Wir beobachten mit Interesse, wie die USA eine relevante Grenze in der Außenpolitik überschreiten, indem sie beginnen, Sanktionen, an die sich Russland seit langem gewöhnt hat, gegen eigene Verbündete zu verhängen. Eben das wird von dem Gesetz vom 20. Dezember über die Ausgaben für Militärzwecke im Jahr 2020 vorgesehen, das den Abschnitt ‚Über den Schutz der Energiesicherheit Europas‘ enthält“, heißt es in einem Kommentar auf der Webseite der russischen diplomatischen Behörde.

    Wie im Ministerium betont wurde, sei die Bezeichnung des Abschnittes „absolut irreführend“.

    „In Wirklichkeit handelt es sich nicht um Hilfe für die Europäer bei der störungsfreien Versorgung mit Energieträgern nach akzeptablen Preisen, sondern um das Bestreben, ihnen die garantierten Quellen dieser Versorgung aus Russland zu nehmen. Dabei ist der Wunsch, dem russischen Export zu schaden, bei weitem nicht der einzige und nicht einmal der wichtigste. Man merkt das Bestreben, in nicht geringerem Maße Europa das US-Flüssiggas aufzuzwingen, das Europa bedeutend teurer als die Gasleitungslieferungen aus Russland kommen wird, und damit die Entwicklung seiner Wirtschaft zu verlangsamen und seine Fähigkeit, mit den USA auf den Weltmärkten zu konkurrieren, zu unterminieren. Im Endergebnis erleiden die Europäer Verluste in allen Richtungen“, heißt es in Russlands Außenministerium.

    In Washington sei beschlossen worden, dass man wegen der geopolitischen Ambitionen und des kommerziellen Profits niemanden bemitleiden sollte, sogar die nächsten Nato-Partner nicht, so die Außenbehörde.

    ek/sb

     

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