10:31 18 Januar 2020
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    Die Eröffnung des Eisenbahnteils der Krim-Brücke hat die EU mit scharfer Kritik kommentiert: Die Freigabe des Bahnverkehrs zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel ist laut einem Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell „ohne Zusage der Ukraine“ erfolgt.

    Dies stelle wiederum eine „weitere Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine“ durch Russland dar.

    Die Eisenbahnverbindung sei ein weiterer Schritt zur „Zwangsintegration der widerrechtlich annektierten Halbinsel“. Zudem schränke die Brücke den Schiffsverkehr ein, der durch die Meerenge von Kertsch zu ukrainischen Häfen im Asowschem Meer führe.

    „Die Europäische Union erwartet von Russland, dass es eine ungehinderte und freie Durchfahrt durch die Straße von Kertsch gemäß dem Völkerrecht sicherstellt“, hieß es.

    Reaktionen aus Russland

    Der Bau der Krim-Brücke ist laut dem Abgeordneten der Staatsduma (russisches Unterhaus) Ruslan Balbek eine innere Angelegenheit Russlands. Die EU sei daher nicht berechtigt, dem Land zu sagen, was es in seinen Hoheitsgewässern bauen oder nicht bauen könne. „Die EU nutzt veraltete Daten. Die Krim ist seit fünf Jahren russisches Territorium“, so Balbek.

    Ähnlich äußerte sich auch der Vorsitzende des Staatskomitees der Krim für internationale Beziehungen, Albert Kagnijew. Man solle den „politisierten Erklärungen“ der EU keine Aufmerksamkeit schenken, betonte er. „Die Ukraine hatte seinerzeit mit ihrer zigsten Blockade, darunter auch dem einseitigen Stopp des Eisenbahnverkehrs, sich selbst von der Krim isoliert.“

    Längste Brücke Europas

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Montag, dem 23. Dezember, an der feierlichen Eröffnung des Eisenbahnteils der Brücke über die Straße von Kertsch teilgenommen. Die Schienen verbinden das russische Festland und die Halbinsel Krim. Putin lobte die Brücke als eine „Schönheit“ und betonte, sie sei ein Beweis dafür, „dass Russland in der Lage ist, solche Infrastrukturprojekte auf Weltniveau umzusetzen“. Mit 19 Kilometern ist die Krim-Brücke nicht nur die längste Brücke in Russland, sondern in ganz Europa.

    Die Autobahnstrecke der Brücke war bereits am 15. Mai 2018 eingeweiht worden. Ihr folgt nun plangemäß der Bahnteil.

    Krim als Teil Russlands

    Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland erfolgte nach einem Referendum im März 2014. Bei dem Volksentscheid hatten 96,77 Prozent der Bürger der Republik Krim und 95,6 Prozent der Einwohner von Sewastopol für den Beitritt zur Russischen Föderation gestimmt.

    Die Ukraine betrachtet die Krim weiterhin als „zeitweilig okkupiertes Territorium“. Laut Wladimir Putin „ist die Frage der Krim endgültig abgeschlossen“.

    ta/gs

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    Tags:
    Brücke, Krim, Putin