09:35 07 Juli 2020
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    Die russische Botschaft hat britische Medienberichte kommentiert, wonach im Zeitraum von Mai bis September 2019 britische Kampfjets vom Typ Typhoon 21 Mal über Estland gestartet sein sollen, um 56 russische Flugzeuge zu begleiten.

    „Während des Besuchs (es handelt sich um den jüngsten Estland-Besuch – Anm. d. Red.) des britischen Premierministers, Boris Jonson, bei dem er unter anderem mit britischen Militärs zusammengekommen war, tauchten in einer Reihe von Medien Berichte auf, wonach die britischen Piloten im vergangenen Jahr 21 Starts angeblich für das Abfangen von insgesamt 56 russischen Militärflugzeugen im Luftraum über Estland unternommen haben“, heißt es in einer entsprechenden Presseerklärung der Botschaft.

    Entspricht nicht der Wirklichkeit

    Laut russischen Diplomaten zielen solche Aussagen auf die Freisprechung der Präsenz der Nato-Truppen in den baltischen Staaten unter dem Vorwand einer fiktiven russischen Bedrohung ab. 

    In Wirklichkeit fliegen demnach die Maschinen aus einer Region von Sankt Petersburg in die Region Kaliningrad, um den täglichen Bedarf der Einheiten der Streitkräfte in dieser Region Russlands zu decken, „wie dem Nato-Kommando sehr gut bekannt ist“.

    „Die Angaben über die Verletzung des Luftraums Estlands durch die russischen Flugzeuge, besonders in solchen Maßstäben, entsprechen nicht der Wirklichkeit. Es ist schwer, diese als etwas anderes als eine gezielte, gewissenslose Manipulation zu betrachten“, hießt es aus der russischen Botschaft.

    Empfehlungen in Kraft getreten

    Die russischen Diplomaten verwiesen darauf, dass im Dezember 2017 Empfehlungen einer speziellen Expertengruppe über Militärzivilzusammenarbeit unter der Ägide der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation in Kraft getreten seien. Unter anderem sei eine Route, die außerhalb der internationalen Zivilflugstrecken verläuft, für russische staatliche (Militär)-Flugzeuge, die aus Petersburg nach Kaliningrad und zurück fliegen, vereinbart worden.

    Die russischen Luftstreitkräfte hätten sich freiwillig dazu verpflichtet, diese Route mit eingeschalteten Transpondern, die im Funkkontakt mit Ziviloperateuren stehen, nach vorzeitig zur Verfügung gestellten Plänen zu fliegen. Somit werden alle Flüge der russischen Militärfliegerei über dem Baltikum, unter anderem nahe der Küste Estlands, gründlich beobachtet.

    „Seit dem Bestätigungszeitpunkt werden diese Empfehlungen von Russland strikt befolgt. Wir haben auch mehrmals vorgeschlagen, diese auf dem Niveau des Russland-Nato-Rates zu verankern, aber bislang haben wir keine Genehmigung bekommen“, so die russische Botschaft.

    Es sei sinnlos, unter solchen Bedingungen von einem „Abfangen“ zu sprechen.

    „Typhoon“

    Die britischen Kampfjets „Typhoon“ sind in Estland im Rahmen der Nato-Mission zur Luftraumüberwachung und zum Luftraumschutz der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen stationiert.

    Die Fernfliegerkräfte Russlands absolvieren regelmäßig Patrouillenflüge über neutralen Gewässern der Arktis, des Atlantiks, des Schwarzen Meeres und der Ostsee. Alle Einsätze erfolgen in strikter Übereinstimmung mit den internationalen Regeln für die Nutzung des Luftraumes, ohne dass dabei die Grenzen anderer Staaten verletzt werden, hieß es aus Moskau.

    ak/ae

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    Tags:
    Boris Johnson, Luftraum, Flugzeuge, Abfangen, Botschaft, Estland, Russland