03:59 11 August 2020
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    Der tschetschenische Republikchef, Ramsan Kadyrow, hat gegenüber Journalisten eine Verstrickung Russlands in den Mord an Zelimkhan Khangoshvili zurückgewiesen.

    „Sie haben ihn selbst umgebracht, als er überflüssig wurde, und jetzt heißt es plötzlich – es sei Russland, Tschetschenien. Das ist Unsinn, das sind deren interne Auseinandersetzungen. Wir haben damit nichts zu tun. Bei uns lebt er seit Langem nicht mehr, und soweit ich weiß, ist er überhaupt georgischer Staatsbürger“, erklärte Kadyrow und fügte hinzu: „Wenn wir daran beteiligt waren, dann sollten sie nicht nur davon reden, sondern es auch beweisen.“

    Allerdings ging Kadyrow nicht darauf ein, wer genau den Georgier umgebracht haben soll.

    Unter anderem betonte der Republikchef, dass Khangoshvili an vielen Terroranschlägen beteiligt gewesen sei und jetzt, wo er tot sei, es einen Terroristen auf der Welt weniger gebe.

    Stellungnahme Putins

    Vorige Woche hat ein Spiegel-Korrespondent Russlands Präsident Wladimir Putin während seiner alljährlichen großen Pressekonferenz eine Frage zum Mordfall um Zelimkhan Khangoshvili gestellt, der im Sommer in einem Berliner Park erschossen worden war. Dabei bezog sich der Journalist auf eine frühere Behauptung Putins.

    Demnach habe der russische Präsident erklärt, Russland habe an Deutschland ein Gesuch um die Auslieferung des Georgiers gerichtet, auf das die Bundesregierung jedoch nicht reagiert habe. Der deutsche Außenminister, Heiko Maas, habe dies später dementiert. Der Korrespondent knüpfte daran die Frage, wer denn nun recht habe, Moskau oder Berlin?

    „Beide haben Recht. Russland hat keine offiziellen Gesuche um die Auslieferung des später ermordeten Kämpfers gerichtet", antwortete der russische Präsident. Dies sei als sinnlos erachtet worden, da auf eine Anfrage auf der Ebene der Innenministerien Deutschland sich geweigert habe, Russland zu helfen. „Die Kommunikation lief auf geheimdienstlicher Ebene“, fügte Putin hinzu.

    Laut Putin ist der getötete Georgier ein „absolut blutrünstiger Mörder“ gewesen, der in Russland 98 Menschen getötet habe. Und Deutschland habe sich geweigert, diesen auszuliefern. Dabei habe der Georgier auch einen Anschlag in Moskau mitgeplant gehabt.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bereits zuvor den im Berliner Tiergarten ermordeten Georgier als Terrorkämpfer und Organisator von Explosionen in der Moskauer U-Bahn bezeichnet.

    Mord in Berliner Park

    Am 23. August war Zelimkhan Khangoshvili, ein 40 Jahre alter ethnischer Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit, in einem Park in Berlin erschossen worden. Die deutsche Bundesanwaltschaft nennt das Opfer „Tornike K.“. Der Täter – angeblich ein 49-jähriger Bürger Russlands – wurde noch am gleichen Tag gefasst. Er schweigt zu den Vorwürfen.

    Wegen des Verdachts, dass staatliche Stellen in Russland oder der Teilrepublik Tschetschenien den Mord in Auftrag gegeben hätten, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall. Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, warf Russland vor, bei der Aufklärung des Mordes nicht zu helfen.

    Daraufhin sind am 4. Dezember zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin mit der Begründung ausgewiesen worden, Russland würde sich unzureichend an den Ermittlungen beteiligen. Am 12. Dezember sind im Gegenzug zwei Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau ausgewiesen worden.

    mka/gs

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    Tags:
    Mordfall, Putin, Russland, Tschetschenien, Ramsan Kadyrow