18:28 25 Januar 2020
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    Die Ex-Außenministerin Österreichs, Karin Kneissl, hat ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass Europa 2001, als Russlands Präsident Wladimir Putin eine Rede im Bundestag hielt, Zeit vergeudete, anstatt die Ideen des Präsidenten weiter aufzugreifen.

    In einem Interview mit RIA Novosti erinnerte sich die Ex-Außenministerin Österreichs an eine Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin im deutschen Bundestag. Diese hielt er kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

    „Diese Rede war so faszinierend, nicht nur weil sie auf der deutschen Sprache im deutschen Bundestag stattfand, sondern es war auch vom Inhalt her“, beschreibt Kneissl ihre Eindrücke.

    Darum ging es

    Während seiner 25 Minuten langen Rede sprach Putin laut Kreml-Angaben unter anderem von einer allseitigen Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und Deutschland, dem Mauer-Fall und der Sicherheit in der EU und der Welt. Damals betonte Putin, dass Russland ein „freundliches europäisches Land“ sei, jedoch würden viele wichtige Entscheidungen in Europa ohne Russlands Teilnahme getroffen.

    Idee von Helmut Kohl

    Später legte Putin in dem Dokumentarfilm „World Order“ („Weltordnung 2018“) offen, dass er die 2001 im Bundestag ausgedrückte Idee über die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa von dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl übernommen hätte, und zwar als Putin bei einem Gespräch zwischen Kohl und dem Bürgermeister von St. Petersburg, Anatoli Sobtschak, präsent war.

    Kneissl erinnert sich

    „Die Pläne, die Ideen, die er damals dem deutschen Parlament gemacht hat und damit auch an die gesamte EU und den Westen – auf diese Ideen, Vorschläge hat leider niemand richtig zu reagieren verstanden“, so die ehemalige Außenministerin Österreichs.

    „Das finde ich sehr bedauerlich, weil hier damals Präsident Putin mit seiner Rede, seinen Vorschlägen sehr weit gegangen ist. Es war mutig, und das war ein Angebot. Und dieses Angebot wurde nicht aufgegriffen.“

    Sie fügte hinzu: „Wir haben in der Zeit seiner Rede im Bundestag (…), ich würde sagen, sehr viel Zeit vergeudet mit Nebenschauplätzen, anstatt uns diese Idee wirklich aufzugreifen und gemeinsam zu entwickeln (…).“

    Dazu äußerte sich Kneissl im Rahmen des Projektes der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, das sich den 20 Jahren mit Putin an der Spitze des Landes widmet. Es besteht aus Interviews von russischen und ausländischen Politikern, Sportlern und Funktionären, die Putin seit Jahren kennen.

    ak/sb/sna

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    Tags:
    EU, Interview, Bundestag, Rede, Wladimir Putin, Karin Kneissl