09:40 18 Januar 2020
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    Der Iran hat ausländische Medienberichte über die Opferzahlen bei den jüngsten Unruhen im Land als „gelogen und substanzlos“ zurückgewiesen. Der iranische Regierungssprecher Ali Rabiei sagte dazu am Mittwoch: „Einige ausländische Medien sind dafür bekannt, Lügen (über den Iran) zu verbreiten.“

    Die Medien hatten über 1500 Tote bei den Mitte November ausgebrochenen landesweiten Protesten gegen die Erhöhung der Benzinpreise und Rationierung von Kraftstoff berichtet. Die genannte Opferzahl ist fast um das Fünffache höher als die von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International genannten 304 Toten.

    Teheran dementierte auch den Amnesty-Bericht als „Propagandaszenario gegen den Iran“. Amnesty sprach dagegen von glaubwürdigen Berichten. „Die meisten durch die Organisation dokumentierten Tötungen gehen auf Schusswaffenverletzungen am Kopf, in der Brust, am Nacken oder an anderen lebenswichtigen Organen zurück. Dies deutet darauf hin, dass die Sicherheitskräfte ihre Schusswaffen mit Tötungsabsicht einsetzten“, hieß es.

    Der Iran hat keine offiziellen Angaben zu den Opferzahlen gemacht. Sprecher Rabiei räumte ein, dass dies mit ein Grund für die Verbreitung von „Fake News“ im Ausland sein könnte. „Vielleicht ist es auch unsere Schuld, diese Informationen nicht früher veröffentlicht zu haben“, sagte der Sprecher. Dies solle aber schon bald geschehen, sagte Rabiei laut der Nachrichtenagentur Isna.

    Nach offiziell unbestätigten Angaben soll es zudem mehr als 1000 Festnahmen – unter ihnen 180 „Rädelsführer“ – gegeben haben. Ihnen droht die Todesstrafe. Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran damals dafür, dass kaum Informationen, Bilder oder Videos der Proteste verbreitet werden konnten.

    ls/dpa/sb

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    Tags:
    Amnesty International, Iran