01:23 20 Januar 2020
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    Die Konfliktlage in Libyen droht laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu ins Chaos zu schlittern. Daher bemüht er sich um eine schnellere Bewilligung der bereits angekündigten Truppen-Entsendung.

    „Wenn es heute in Libyen so geht, wie es in Syrien ist, dann wird es für die anderen Länder in der Region zu einer Wende kommen”, sagte Cavusoglu am Samstag auf einer Veranstaltung der regierenden AK-Partei.

    Man müsse alles Notwendige unternehmen, um Spaltung und Chaos in Libyen zu verhindern. „Genau das” tue die Türkei. „Es ist die legitime Regierung, mit der wir verhandeln”, betonte er mit Blick auf das Sicherheitsabkommen der Türkei mit Libyen.

    Erdogan will Truppen schicken

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Donnerstag eine Truppen-Entsendung nach Libyen angekündigt, um die Führung in Tripolis militärisch zu unterstützen. Er will Anfang Januar das Parlament über das Vorhaben entscheiden lassen und hierzu ein entsprechendes Gesetz vorlegen.

    Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu zitierte Erdogan mit den Worten: „Die Türkei sendet ihre Truppen dorthin, wohin sie eingeladen wird.“ Der Einsatz soll auf Bitte der libyschen Regierung der Nationalen Einheit unter Fajez Sarradsch stattfinden, die bei der Türkei offiziell Militärhilfe beantragt hatte.

    Dabei soll es um Unterstützung „in der Luft, am Boden und auf See” beim Kampf gegen die Kräfte der im Osten des Landes herrschenden Behörden gehen.

    Lage in Tripolis

    Der Oberbefehlshaber der Libyschen Nationalarmee (LNA), Marschall Khalifa Haftar, hatte am 12. Dezember einen entscheidenden Kampf um Tripolis angekündigt.

    Die LNA hatte zuvor am 4. April auf dessen Befehl eine Offensive auf Tripolis zur „Befreiung von Terroristen“ gestartet. Die der in Tripolis ansässigen Regierung der Nationalen Einheit treuen Kräfte kündigten daraufhin die Gegenoperation „Vulkan des Zorns“ an. Im Ergebnis der über drei Monate andauernden Kämpfe um die libysche Hauptstadt wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 1050 Menschen getötet und mehr als 5500 verletzt.

    jeg/mt/rtr

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    Tags:
    Mevlüt Cavusoglu, Truppen, Türkei, Tripolis, Libyen