06:10 24 Januar 2020
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    Der SPD-Politiker und frühere Ministerpräsident Brandenburgs Manfred Stolpe ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte die Staatskanzlei Brandenburg am Montag in Potsdam im Namen der Familie mit. Stolpe sei nach langer Krankheit „friedlich eingeschlafen”.

    Der erste Brandenburger Ministerpräsident nach der Wiedervereinigung erkrankte 2004 an Darmkrebs, später litt er auch an Leberkrebs. Wie die „Bild”-Zeitung im Februar 2019 berichtete, konnte Stolpe zuletzt kaum noch laufen und sprechen.

    „Ich kann problemlos ‚ja‘ oder ‚nein‘ sagen. Das reicht nicht. Deshalb benutze ich ein Sprachgerät und antworte schriftlich. Meine Mobilität ist stark eingeschränkt”, hatte er damals in dem Interview mit dem Blatt erklärt.

    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte: „Dies ist ein Tag tiefer Trauer. Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst.”

    Stolpes Vergangenheit wurde immer wieder kritisch thematisiert. Er hatte zu DDR-Zeiten als Kirchenfunktionär Kontakte mit der Stasi, die Behörde führte ihn gar als Inoffiziellen Mitarbeiter. Die Leitung der evangelischen Kirche erklärte Mitte der 1990er Jahre nach einer Untersuchung, Stolpe sei ein „Mann der Kirche und nicht der Stasi gewesen”. Im Jahr 2005 entschied das Bundesverfassungsgericht zudem, dass Stolpe nicht als Stasi-Mitarbeiter zu bezeichnen sei.

    Merkel würdigt Stolpes Verdienste 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verdienste von Stolpe für das Zusammenwachsen Deutschlands gewürdigt. „Leidenschaftlich und geradlinig im Einsatz für seine Mitbürger prägte er die Politik unseres wiedervereinigten Deutschlands auf Landes- und Bundesebene entscheidend mit”, sagte Merkel am Montag in Berlin. 

    „Ich trauere mit seiner Familie und mit vielen Menschen, die er mit seinem Wirken berührt hat, um Manfred Stolpe”, so Merkel. Dieser habe als Ministerpräsident des neugegründeten Bundeslandes Brandenburg maßgeblich zum erfolgreichen Aufbau demokratischer Strukturen und Prozesse beigetragen. „Er war über viele Jahre Landesvater, Gesicht und Stimme Brandenburgs.”

    ta/dpa

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    Manfred Stolpe, SPD