20:52 21 Januar 2020
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    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat erklärt, auf welche Weise Moskau auf das Vorgehen der estnischen Behörden gegen Journalisten der Nachrichtenagentur Sputnik Eesti reagieren wird.

    „Unter Inkaufnahme, wer hinter dem estnischen Medienraum steht sowie hinter all dem Unrat, den wir in Bezug auf die russische Mediensphäre beobachten können, wird die Antwort in diesem Fall umfassend und interessant ausfallen“, sagte Sacharowa gegenüber dem TV-Sender „Rossiya 1“. Die Sendung wurde am Sonntagabend ausgestrahlt.

    Moskau sei sich darüber im Klaren, „welchen Einfluss London auf Estland im Medienbereich hat“, fuhr Sacharowa fort:

    „Die estnischen Journalistenverbände wirken irgendwie merkwürdig mit Strukturen zusammen, die von Großbritannien aus finanziert werden und Berichte zum Thema vorlegen, wie die russische Informationsgefahr bekämpft werden muss“, sagte sie. „Man muss begreifen, woher der Wind weht, und der Wind weht vom nebeligen Albion aus“, äußerte sie.

    Verwarnungen für Mitarbeiter von Sputnik Eesti

    Die Mitarbeiter von Sputnik Eesti hatten zuvor von der Leitung des Departments der Polizei und des Grenzschutzes des Landes Briefe erhalten, in denen sie  davor gewarnt  werden,  ihr Arbeitsverhältnis mit ihrer Leitorganisation – der Internationalen Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“ – auch nach dem 1. Januar 2020 fortzusetzen. Sonst würden Strafverfahren gegen die Journalisten eingeleitet, hieß es.

    Als Begründung für derartige Aktionen werden die Sanktionen angeführt, die von der Europäischen Union am 17. März 2014 angesichts der Ereignisse in der Ukraine gegen eine Reihe von natürlichen und juristischen Personen verhängt worden waren.

    Eine ranghohe Quelle in Moskau hatte zuvor gegenüber der Agentur RIA Novosti erklärt, britische Betreuer hätten mit dem Vorgehen der estnischen Behörden zu tun. Dies werde zur Kenntnis genommen, um in nächster Zeit symmetrische Maßnahmen gegenüber britischen Medien in Russland zu ergreifen.

    Gelbe Kugelhantel und Weste: Flashmob zur Unterstützung des Portals Sputnik Eesti

    Am Sonntagabend hatte der Generaldirektor der Mediengruppe „Rossiya Segodnya”, Dmitri Kisseljow, bei seiner Sendung im TV-Sender „Rossiya 1” seine Unterstützung für die Journalisten von Sputnik Eesti bekundet – er trug eine Weste mit Sputnik-Logo.

    Generaldirektor der Mediengruppe „Rossiya Segodnya“, Dmitri Kisseljow, unterstützt die Journalisten von Sputnik Eesti
    © Foto : Rossija 1
    Generaldirektor der Mediengruppe „Rossiya Segodnya“, Dmitri Kisseljow, unterstützt die Journalisten von Sputnik Eesti

    Der Exekutivdirektor der Internationalen Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya”, Kirill Wyschinski, hatte zuvor einen Flashmob zur Unterstützung des Portals Sputnik Eesti gestartet. Zu den Symbolen des Flashmobs „SputnikKraft“ sind eine in Gelb gefärbte Kugelhantel, auf der auf Englisch geschrieben ist: „Got You Covered!“, und eine gelbe Weste mit dem Sputnik-Logo geworden.

    Der Aktion hatten sich bereits das Mitglied des Komitees für internationale Angelegenheiten der Staatsduma Russlands, Jewgeni Primakow, der Chef des Fonds für Verteidigung der nationalen Schätze und der Chef der Kommission der Gesellschaftskammer für die Entwicklung der Informationsgemeinschaft, Medien und Massenkommunikationen, Alexander Malkewitsch, angeschlossen.

    OSZE gegen unnötige Einschränkungen

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte in einem Kommentar hinsichtlich der Situation um Sputnik Eesti erklärt, dass die russischen Behörden alles tun würden, um Sputnik bei seiner Arbeit in anderen Ländern zu unterstützen.

    Der OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien Harlem Désir forderte die estnischen Behörden auf, von „unnötigen Einschränkungen“ der Arbeit von Sputnik Eesti abzusehen.

    Die Chefredakteurin der Internationalen Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“, Margarita Simonjan, forderte von der estnischen Präsidentin, Kersti Kaljulaid, keine Inhaftierung von Journalisten zuzulassen.

    asch/ae/sna

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