10:47 18 Januar 2020
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    US-Verteidigungsminister Mark Esper hat wegen der gewaltsamen Proteste rund um die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt die Entsendung von zusätzlichen Truppen zur Sicherung der diplomatischen Vertretung in Bagdad angekündigt. Er rief die irakische Regierung zudem zum Schutz des amerikanischen Botschaftspersonals auf.

    „Wir haben angemessene Schritte zum Schutz unserer Kräfte unternommen, um die Sicherheit der US-Bürger, des Militärpersonals und der Diplomaten in dem Land zu gewährleisten sowie von unserem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen“, zitiert Reuters den US-Verteidigungschef.

    Er machte allerdings keine Angaben dazu, wie viele Soldaten und welches Gerät als Verstärkung geschickt werden sollten.

    Wie auch alle Länder, vertrauen die Vereinigten Staaten laut Esper darauf, dass das Gastland die Sicherheit der Botschaft garantiere.

    „Wir rufen die irakische Regierung dazu auf, ihre internationalen Verpflichtungen zu erfüllen“, so der Minister weiter.

    Proteste vor US-Botschaft in Bagdad

    Tausende Menschen versammelten sich am Dienstag vor der amerikanischen Botschaft in Bagdad. Einige versuchten, das Gelände zu stürmen.

    Hintergrund ist die Wut vieler Iraker über die jüngsten US-Luftangriffe, bei denen mehr als zwei Dutzend paramilitärische Kämpfer getötet wurden. Menschen riefen laut internationalen Medienberichten „Tod den USA” und verbrannten US-Flaggen.

    Die Protestierenden setzten zudem den Zaun des US-Botschaftsgeländes in Brand. Sicherheitskräfte sollen bereits Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt haben.

    Luftangriffe gegen „Kataib Hisbollah”-Einrichtungen im Irak und in Syrien

    Am Sonntag hatten die Vereinigten Staaten fünf „Kataib Hisbollah”-Einrichtungen im Irak und in Syrien angegriffen. Laut einem Sprecher der Miliz kamen dabei mindestens 24 Menschen ums Leben, 50 weitere wurden verletzt.

    „Kataib Hisbollah” ist eine irakische schiitische paramilitärische Gruppierung, die während des Irak-Krieges mit dem Ziel des Kampfes gegen die US-amerikanische Besatzung nach der Invasion von 2003 gegründet wurde.

    Die USA machen die Miliz für Angriffe auf US-Personal im Irak verantwortlich. Laut dem Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman hatte die US-Luftwaffe mehrere Luftschläge auf fünf Einrichtungen der Gruppierung ausgeführt und diese zerstört. Darunter seien Waffenlager und Kommandozentren.

    Miliz droht USA mit Vergeltung

    Die schiitische Miliz hat den USA inzwischen mit Vergeltung gedroht: „Das Blut der Märtyrer und der Verwundeten wird nicht vergeblich sein und unsere Antwort gegen die US-Kräfte im Irak wird hart sein“, sagte der stellvertretende Anführer der schiitischen Volksmobilisierungseinheiten, Abu Mahdi al-Mohandis, laut Al-Sumaria TV.

    Auch der irakische Präsident Barham Salih bezeichnete die Angriffe am Montag als Verletzung der irakischen Souveränität.

    ta/gs

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    Botschaft, Protest, USA, Irak