10:56 18 Januar 2020
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    Das iranische Außenministerium hat am Mittwoch wegen der US-Vorwürfe gegen den Iran vor dem Hintergrund der gewaltsamen Proteste im Irak den Geschäftsträger der Schweizer Botschaft in Teheran einbestellt.

    Die Schweiz vertritt die diplomatischen Interessen der USA im Iran, da Teheran und Washington seit mehr als 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr haben.

    Teheran sprach gegenüber dem Schweizer Diplomaten einen entschiedenen Protest gegen die „militaristischen“ Äußerungen der US-Regierung aus, die gegen entsprechende UN-Resolutionen verstoßen würden. 

    Der Schweizer Geschäftsträger solle den USA übermitteln, dass der Irak ein unabhängiges Land sei und dass das irakische Volk Freiheit und Unabhängigkeit anstrebe, heißt es in einer Mitteilung des iranischen Außenministeriums.

    Außerdem sei die Reaktion der Iraker auf die Luftangriffe des „Besatzerlandes“ selbstverständlich gewesen. Die USA sollten daher besser ihre Politik ändern und nicht anderen Staaten die Schuld zuschieben. Der Iran wolle zwar keine militärische Konfrontation, sei aber jederzeit bereit, sich gegen „Kriegstreiber“ zu verteidigen.

    Die USA sollten mit den absurden und unbegründeten Unterstellungen sowie den Drohungen gegen den Iran aufhören, hieß es weiter.

    Proteste vor US-Botschaft in Bagdad

    Tausende Menschen versammelten sich am Dienstag vor der amerikanischen Botschaft in Bagdad. Einige versuchten, das Gelände zu stürmen.

    Hintergrund ist die Wut vieler Iraker über die jüngsten US-Luftangriffe, bei denen mehr als zwei Dutzend paramilitärische Kämpfer getötet wurden. Menschen riefen laut internationalen Medienberichten „Tod den USA” und verbrannten US-Flaggen.

    Die Protestierenden setzten zudem den Zaun des US-Botschaftsgeländes in Brand. Sicherheitskräfte sollen bereits Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt haben.

    Luftangriffe gegen „Kataib Hisbollah”-Einrichtungen im Irak und in Syrien

    Am Sonntag hatten die Vereinigten Staaten fünf „Kataib Hisbollah”-Einrichtungen im Irak und in Syrien angegriffen. Laut einem Sprecher der Miliz kamen dabei mindestens 24 Menschen ums Leben, 50 weitere wurden verletzt.

    „Kataib Hisbollah” ist eine irakische schiitische paramilitärische Gruppierung, die während des Irak-Krieges mit dem Ziel des Kampfes gegen die US-amerikanische Besatzung nach der Invasion von 2003 gegründet wurde.

    Die USA machen die Miliz für Angriffe auf US-Personal im Irak verantwortlich. Laut dem Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman hatte die US-Luftwaffe mehrere Luftschläge auf fünf Einrichtungen der Gruppierung geführt und diese zerstört. Darunter seien Waffenlager und Kommandozentren.

    ta/gs

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    Tags:
    USA, Schweiz, Iran, Irak