22:56 22 Oktober 2020
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    Massive Eskalation in Nahost nach Mord an Soleimani – Alle Entwicklungen (68)
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    Das russische Außenministerium hat die Tötung des Generals Qassem Soleimani, des Kommandeurs der iranischen Kuds-Brigaden, der Eliteeinheit der Revolutionsgarde, bei einem US-Angriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad kommentiert.

    „Wir betrachten die Ermordung von Soleimani infolge eines US-Raketenangriffs in der Nähe von Bagdad als einen abenteuerlichen Schritt, der zu zunehmenden Spannungen in der gesamten Region führen wird. Soleimani diente engagiert dem Schutz der nationalen Interessen des Irans“, hieß es vonseiten des russischen Außenministeriums auf Anfrage der Agentur RIA Novosti.

    Der Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa zufolge steht nun die Welt einer neuen Realität gegenüber - der Tötung einer Amtsperson eines Staates durch einen anderen Staat, was außerhalb jeglichen rechtlichen Rahmens liegt.

    „Natürlich sind wir heute mit der Manifestation einer neuen Realität konfrontiert worden, nämlich mit der Vernichtung eines Regierungsvertreters eines souveränen Staates, einer Amtsperson, ohne diese Handlungen mit irgendeiner Rechtsgrundlage in Beziehung zu setzen. Dies ist ein äußerst wichtiger Umstand, der die gesamte Situation auf eine völlig andere Ebene verschiebt“, sagte Sacharowa gegenüber dem russischen TV-Sender „Russland 24“ am Freitag.

    Die US-Operation im Irak, bei der der iranische General Qassem Soleimani getötet worden sei, werde am Freitag im UN-Sicherheitsrat erörtert, fügte die Sprecherin hinzu. Doch seien keine Details zu dem Format (der Erörterung – Anm. d. Red.) bekannt, hieß es.     

    „Natürlich wird dieses Thema - denke ich - heute in New York diskutiert. (...) Natürlich wird es die UN nicht umgehen“, so Sacharowa.

    „Ich denke, das Format wird noch ausgearbeitet“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums weiter und beantwortete damit die Frage, ob Moskau die Einberufung des UN-Sicherheitsrats fordern würde.

    Sacharowa wies darauf hin, dass der Entwurf der US-amerikanischen Erklärung zu den Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad zuvor dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt worden sei. Washington habe den Irak jedoch angegriffen, ohne dieses Thema zu erörtern, und bei fehlender Entscheidung vonseiten der internationalen Gemeinschaft.

    Der Tod von Qassem Soleimani

    Der Kommandeur der iranischen Kuds-Brigaden, der Eliteeinheit der Revolutionsgarde, ist in der Nacht zum Freitag getötet worden. Außer ihm sind zehn weitere Personen, darunter der stellvertretende Leiter der schiitischen Milizen des Iraks „Al-Haschd asch-Schabi“, Abu Mahdi al-Muhandis, ums Leben gekommen.

    USA übernehmen Verantwortung

    Das Pentagon bestätigte am Donnerstag (Ortszeit), dass der Angriff auf den Flughafen in Bagdad von US-Präsident Donald Trump genehmigt worden sei.

    Qassem Soleimani habe in den vergangenen Monaten Angriffe auf Stützpunkte von US-Verbündeten gesteuert und auch die gewaltsamen Proteste an der US-Botschaft in Bagdad gebilligt, hieß es vonseiten Washingtons.

    Teheran droht mit Vergeltung

    Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, und der Präsident Hassan Rohani drohten wegen der Tötung Soleimanis den Vereinigten Staaten schwere Rache an. Der iranische Verteidigungsminister Amir Khatami hat eine „vernichtende Antwort“ auf den Tod des Generals versprochen.   

    pd/mt/sna/

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