05:43 24 Januar 2020
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    Der polnische Präsident Andrzej Duda wird nicht zum Welt-Holocaust-Forum nach Israel reisen. Darüber schreibt die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“ am Freitag.

    „Präsident Andrzej Duda wird nicht der Einladung zu den Feierlichkeiten anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau folgen, die am 22. bis 23. Januar vom Institut Yad Vashem in Jerusalem veranstaltet werden“, schreibt die Zeitung. 

    Einer der Gründe für die Absage sei, dass „Russlands Präsident Wladimir Putin der Hauptgast sein wird“.

    Ein weiterer Grund sei der Umstand, dass die Festveranstaltung in Jerusalem unter Teilnahme des israelischen Außenministers Israel Katz organisiert wird, der sich im vorigen Jahr die Aussage erlaubt habe, die Polen hätten “Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen“.

    Die Zeitung verweist ferner darauf, dass Polen die Feierlichkeiten in Israel als Alternative zu den Feierlichkeiten anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau betrachtet, die am 27. Januar, dem Weltgedenktag für den Holocaust, in Oświęcim (Auschwitz) stattfinden.

    Das Weltforum zum Holocaust-Gedenken findet bereits zum 5. Mal in Israel statt. Ihre Teilnahme daran haben bereits die Präsidenten von Frankreich, Deutschland und Italien angekündigt.

    Die Worte Putins, der den polnischen Botschafter in Berlin von 1933 bis 1939, Jozef Lipski, einen „Lumpen, ein antisemitisches Schwein“ nannte, haben äußerste Unzufriedenheit in Polen ausgelöst. Wie Putin Ende Dezember in einer erweiterten Sitzung des Kollegiums des Verteidigungsministeriums berichtete, habe Lipski in den 1930er Jahren Adolf Hitler und seine Idee unterstützt, die polnischen Juden nach Afrika abzuschieben, die dort „sterben und vernichtet werden sollten“. Lipski habe versprochen, dafür ein Denkmal für Hitler in Warschau aufstellen zu lassen.

    Daraufhin wurde der russische Botschafter in Warschau, Sergej Andrejew, ins polnische Außenministerium einbestellt. Laut dem russischen Diplomaten habe dort „ein hartes, aber durchaus korrektes“ Gespräch zwischen ihm und dem Direktor des Departements Ost des Außenministeriums stattgefunden.

    Die Position des russischen Staatschefs wurde von vielen Politikern unterstützt. So hat der Staatsduma-Vorsitzende Wjatscheslaw Wolodin Warschau aufgefordert, sich für die Äußerungen Lipskis zu entschuldigen. Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, betonte, es sei unzulässig, die Geschichte der zeitgenössischen politischen Konjunktur zuliebe neuzuschreiben.

    ls/mt

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    Tags:
    Yad Vashem, Maria Sacharowa, Wjatscheslaw Wolodin, Wladimir Putin, Andrzej Duda, Israel, Polen