09:53 18 Januar 2020
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    Das Parlament im Osten Libyens hat am Samstag nach einem Bericht des Senders Al-Arabiya einstimmig für einen Abbruch der Beziehungen zur Türkei votiert.

    Die Abgeordneten in Benghazi, die Marschall Khalifa Haftar und seine Libysche Nationalarmee (LNA) unterstützen, haben zunächst gegen das Militärabkommen der Einheitsregierung in Tripolis mit der Türkei gestimmt. Das Parlament kündigte zudem an, die Akten zu Regierungschef Fajez al-Sarradsch und weiteren an der Vereinbarung beteiligten Personen aus dessen Umfeld der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung übergeben zu wollen.

    Die Abgeordneten forderten laut der Zeitung „Youm7”, die türkische Botschaft in Libyen zu schließen, und riefen die internationale Gemeinschaft auf, ihre Anerkennung der Einheitsregierung von al-Sarradsch zurückzunehmen.

    Erdogans Libyen-Pläne

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der vergangenen Woche eine Truppen-Entsendung nach Libyen angekündigt, um die Führung in Tripolis beim Kampf gegen Haftars Streitkräfte „in der Luft, am Boden und auf See“ militärisch zu unterstützen.

    Das Parlament in Ankara hat am Donnerstag eine mögliche Militärintervention in Libyen erlaubt. Erdogan erhielt damit für ein Jahr die Genehmigung, Truppen in das nordafrikanische Krisenland zu schicken.

    ​Im Dezember hatte er erklärt, dass der von der Uno unterstütze Ministerpräsident in Tripolis, al-Sarradsch, ihn um militärische Hilfe gebeten habe, nachdem die Türkei und Libyen ein Abkommen unterzeichnet hatten, welches es Ankara erlaubt, Militärexperten und Militärpersonal nach Libyen zu schicken.

    Libyen steckt seit dem Sturz des langjährigen Herrschers Muammar al-Gaddafi vor fast neun Jahren im Kriegschaos. Im Osten regiert der vom Volk gewählte Abgeordnetenrat, der sich auf die Libysche Nationalarmee um Marschall Khalifa Haftar stützt. Diese kündigte am 12. Dezember einen entscheidenden Kampf um Tripolis an. Medien berichteten von Zusammenstößen zwischen Haftars Truppen und den Streitkräften der international anerkannten Regierung in Tripolis.

    jeg/mt/sna

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Parlament, Libyen