10:09 18 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    326170
    Abonnieren

    Angesichts der Eskalation der Krise zwischen dem Iran und den USA haben Deutschland, Großbritannien und Frankreich alle Seiten zu „äußerster Zurückhaltung“ aufgerufen.

    „Wir appellieren an alle beteiligten Akteure, äußerste Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen. Die aktuelle Spirale der Gewalt in Irak muss beendet werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Boris Johnson, die das Bundespresseamt in Berlin am Sonntagabend veröffentlichte.

    Appell gilt „insbesondere“ für Iran

    Zugleich verurteilten die drei Staaten die jüngsten Angriffe auf die Koalitionstruppen im Irak. „(Wir) sind tief besorgt über die negative Rolle, die der Iran in der Region gespielt hat, insbesondere durch die iranischen Revolutionsgarden und die Al-Kuds-Einheit unter dem Kommando von General (Qassem) Soleimani“, hieß es. Nach den Telefonaten Merkels mit Macron und Johnson hatte ein Regierungssprecher mitgeteilt, Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten „insbesondere“ Teheran zur Zurückhaltung aufgefordert.

    In der Erklärung heißt es weiter, der Iran sei aufgerufen, von weiteren gewalttätigen Aktionen oder deren Unterstützung abzusehen und sämtliche Maßnahmen zurückzunehmen, die nicht mit dem Nuklearabkommen in Einklang stünden.

    Drei Staaten plädieren für Erhalt der US-Koalition

    Deutschland, Frankreich und Großbritannien kündigten in der gemeinsamen Erklärung zugleich an, ihren Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ fortsetzen zu wollen. „Der Erhalt der Koalition besitzt in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert. Wir fordern daher die irakischen Stellen auf, der Koalition weiterhin die erforderliche Unterstützung zu leisten.“

    Indessen hatte das irakische Parlament die Regierung in Bagdad aufgefordert, den Abzug aller ausländischen Truppen im Land einzuleiten, die Teil des US-geführten Bündnisses zum Kampf gegen den IS sind.

    Merkel, Macron und Johnson bekräftigten ihre Unterstützung für die Souveränität und Sicherheit des Iraks. Eine erneute Krise würde die jahrelangen Bemühungen um die Stabilisierung des Landes aufs Spiel setzen. „Wir werden unser Engagement gegenüber allen Seiten fortsetzen, um Spannungen in der Region abzubauen und ihre Stabilität zu sichern.“

    Der Iran hatte Rache geschworen für den Tod des iranischen Generals Qassem Soleimani in der Nacht zum Freitag in Bagdad. Soleimani galt als bekanntestes Gesicht des iranischen Militärs im Ausland und wird heute von vielen Landsleuten als Märtyrer betrachtet. Die USA hatten sich zu der gezielten Tötung bekannt.

    ls/dpa/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Merkel hat Realpolitik zu betreiben“: CSU-Urgestein Stoiber zu Putin und Libyen-Konferenz Exklusiv
    Trump: Chamenei sollte seine Worte sehr vorsichtig wählen
    „Das geht zu weit“: Putin beklagt „unrechtmäßige Urteile“ des Europäischen Gerichtshofs
    „Handelsblatt“ nennt Maße von Russlands neuem Atom-Flugzeugträger „atemberaubend“