03:21 07 Juni 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    14204
    Abonnieren

    US-Präsident Donald Trump hat erneut mit Angriffen auf Kulturobjekte des Irans gedroht, sollte Teheran eine Attacke vornehmen.

    „Sie (die Iraner) erlauben es sich, unsere Menschen zu töten. Sie erlauben es sich, unsere Menschen zu foltern und zu verkrüppeln. Sie erlauben es sich, Straßenbomben in Gang zu setzen und unsere Menschen in die Luft zu sprengen. Dabei sollten wir ihre Kulturobjekte nicht anfassen? So funktioniert das nicht“, sagte Trump am Sonntag gegenüber Journalisten.

    „Sollten sie so etwas tun, wird es große Antwortmaßnahmen geben“, drohte Trump.

    Der US-Präsident schrieb bereits am Samstag auf Twitter, dass die USA 52 ausgesuchte Ziele im Iran, darunter auch Objekte des Kulturerbes, im Visier hätten, falls das Land nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani Schläge gegen US-Einrichtungen durchführe. Dieser Tweet hat bei etlichen Politikern und Experten Besorgnis ausgelöst, denn das Völkerrecht verbietet es, Schläge gegen solche Objekte zu führen. Darauf sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Sonntag, die USA würden „nach dem Gesetz handeln“.

    Außerdem drohte Trump dem Irak mit Sanktionen, wenn Bagdad sich feindlich gegenüber den USA verhalten sollte. Wie der US-Präsident am Sonntag vor der Presse sagte, sei er bereit, Bagdad mit Sanktionen zu belegen, „wie es sie noch nie gesehen hat. Die anti-iranischen Sanktionen würden ihm dabei als Bagatelle erscheinen.“

    Trump fügte hinzu, die US-Truppen beabsichtigten nicht, den Irak zu verlassen, solange Bagdad den USA die Baukosten für die Airbase nicht zurückerstattet hätte. Die Errichtung des Stützpunktes habe Milliarden Dollar gekostet, ergänzte Trump.

    Bagdad betrachtet die jüngsten Angriffe der USA als Verstoß gegen die Bedingungen der Stationierung der US-Truppen im Irak. Das irakische Parlament forderte von der Regierung in Bagdad, den Abzug der US-Truppen zu bewirken.

    Trump und der britische Premierminister Boris Johnson besprachen am Sonntag telefonisch die Situation um den Irak und den Iran und bekräftigten das enge Bündnis zwischen ihren beiden Ländern. Dies teilte der Pressedienst des Weißen Hauses mit.

    Die USA hatten zuvor die schiitische Gruppierung „Kataib Hisbollah“ im Irak und in Syrien angegriffen. Das Pentagon rechtfertigte dieses Handeln als Antwort auf die Attacken der Schiiten gegen eine irakische Militärbasis nahe Kirkuk, in der ein US-Bürger ums Leben kam und vier US-Soldaten verletzt wurden. Die Miliz bestritt jedoch ihre Verwicklung.

    Am 31. Dezember wurde die US-Botschaft in Bagdad von Protestern gestürmt, die nach Ansicht Washingtons von pro-iranischen Milizen wie „Kataib Hisbollah“ unterstützt wurden. Die USA antworteten in der Nacht zum 3. Januar mit der Ermordung des Kommandeurs der iranischen Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, und des Gründers der „Kataib Hisbollah“, Abu Mahdi al-Muhandis. Die USA sahen in al-Muhandis einen der Initiatoren des Angriffs auf die Botschaft und warfen Soleimani vor, Attacken auf US-Bürger vorbereitet zu haben.

    Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, schwor den USA Rache für den Tod von Soleimani. Daraufhin versprach Trump, „einen schnellen und starken Schlag“ gegen 52 Ziele im Iran durchzuführen, falls die Amerikaner angegriffen werden sollten.

    Die Weltgemeinschaft rief die USA und den Iran zu „äußerster Zurückhaltung“ auf.

    ls/sb

     

    Zum Thema:

    Menschheit per Mikrochips kontrollieren? Bill Gates reagiert auf Vorwürfe
    WHO revidiert ihren Standpunkt zum Tragen von Masken in Corona-Krise
    „Nazi-Goebbels“ oder bester Freund der Juden? Wofür Deutschland Grenell aus US-Sicht danken müsste