20:25 27 Februar 2020
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    US-Außenminister Mike Pompeo hat die Ermordung des Kommandeurs der Al-Quds-Eliteeinheit der iranischen Armee, Qassem Soleimani, schon vor Monaten gegenüber dem Präsidenten Donald Trump thematisiert. Dies berichtet die Zeitung „The Washington Post“ unter Verweis auf eigene Quellen.

    Damals seien aber weder Trump noch die Pentagon-Beamten bereit gewesen, eine solche Operation zu befürworten, heißt es im Bericht. Bereits die Sanktionskampagne gegen den Iran habe zu verstärkten Spannungen in den Beziehungen zu Teheran geführt, was einen immer größeren Teil der militärischen Ressourcen im Nahen Osten erfordert habe, betonten die Militärs. Außerdem habe Trump versucht, sich aus dem Nahen Osten zurückzuziehen, wie er zu Beginn seiner Präsidentschaftskampagne versprochen hätte.

    Eine solche Einstellung habe sich jedoch nach dem 27. Dezember geändert, als bei einem Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt nahe Kirkuk im Irak ein Zivilangestellter aus den USA getötet und weitere Soldaten verletzt worden seien.

    Am 29. Dezember hätten sich dann Pompeo gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Mark Esper und dem Generalstabschef der US-Streitkräfte Mark Milley mit dem Präsidenten in Florida getroffen, wo die beiden Militärs mögliche Reaktionen auf die iranische Aggression vorstellten, darunter eine Möglichkeit, Soleimani zu töten, schreibt die WP unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten.

    Zudem habe der US-Außenminister in der vergangenen Woche auch mehrmals täglich mit Präsident Trump gesprochen, so dass Trump schließlich auf Drängen von Pompeo und Vizepräsident Pence die Entscheidung getroffen habe, die Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani zu genehmigen, so die Quelle weiter.

    Die Entscheidung von Trump, Soleimani anzugreifen, sei eine Überraschung und ein Schock für einige Beamten gewesen, die über seine Entscheidung informiert wurden - angesichts der langjährigen Besorgnis des Pentagons über eine Eskalation und der früheren Weigerung des Präsidenten, militärische Gewalt gegen den Iran einzusetzen.

    Der Luftangriff in der Nähe des Flughafens von Bagdad, bei dem der General Soleimani ums Leben gekommen ist, sei ein bürokratischer Sieg für Pompeo, so die US-Zeitung, berge jedoch auch erhebliche Risiken. Es handle sich dabei unter anderem um einen weiteren möglichen langwierigen Krieg im Nahen Osten, um Vergeltungsmorde an dem auf der ganzen Welt stationierten US-Personal sowie um eine Unterbrechung im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ * (IS; auch Daesh).

    US-Operation gegen General Soleimani

    In der Nacht zum 3. Januar hatten die USA nahe dem internationalen Flughafen von Bagdad eine Operation gegen den iranischen Top-General Soleimani und gegen den Vizechef der irakischen schiitischen Volksmiliz, Abu Mahdi al-Muhandis, durchgeführt. Die USA bekannten sich später zu dem Angriff. Beide seien an der Vorbereitung der Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad am 31. Dezember 2019 beteiligt gewesen, hieß es aus Washington.

    Daraufhin hatte die Führung in Teheran Rache für den Tod von Soleimani geschworen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran in der Nacht auf Sonntag seinerseits „schnelle und starke“ Militärschläge gegen 52 Objekte, darunter auch Kulturstätten, in dem Nahost-Land angedroht, falls Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen von der iranischen Armee angegriffen werden sollten.

    Das irakische Außenministerium bezeichnete die Operation gegen Soleimani als Verletzung der Souveränität des Landes.

    *Terrorvereinigung, in Deutschland und Russland verboten

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    Eskalation, Naher Osten, Irak, Qassem Soleimani, Angriff, USA, Donald Trump, Mike Pompeo