20:59 21 Januar 2020
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    Der ehemalige CDU-Politiker und Nahost-Experte Jürgen Todenhöfer kritisiert die Iran-Politik des US-Präsidenten. Für ihn ist Donald Trump der „führende Staatsterrorist unserer Tage“.

    „Iran hat in den letzten 200 Jahren kein einziges Land überfallen“, schreibt der Publizist Jürgen Todenhöfer auf Facebook. „Die USA Dutzende [sic!]. Wenn es jetzt zum Krieg kommt, ist das kein Angriffskrieg des Iran, sondern ein Angriffskrieg der USA. Angezettelt vom führenden Staatsterroristen unserer Tage: US-Präsident Donald Trump.“

    Bei einer Operation des Pentagons in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad war der Kommandeur der Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, getötet worden. Daraufhin hatte die Führung in Teheran Rache für den Tod von Soleimani geschworen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran in der Nacht auf Sonntag dagegen „schnelle und starke“ Militärschläge gegen 52 Objekte, darunter auch Kulturstätten, in dem Nahost-Land angedroht, falls Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen von der iranischen Armee angegriffen werden sollten.

    Vom Unterstützer zum Kritiker der USA

    Für den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Todenhöfer ist klar:

    „Die USA bekämpfen den Iran nur aus einem einzigen Grund: Weil er sich ihnen nicht bedingungslos unterwirft. Ungehorsam ist in den Augen der US-Regierungen das größte aller Verbrechen.“

    Der Jurist zählte in den Siebzigern zum rechten Flügel der CDU und hat seitdem eine interessante Entwicklung hinter sich. Er ist mit dem Thema Nah- und Mittelostkonflikt eng vertraut.

    Von 1972 bis 1990 saß er für die CDU im Bundestag. Damals galt Todenhöfer noch als einer der bekanntesten deutschen Befürworter der von den USA unterstützten Mudschahedin und des Guerillakriegs gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan. Mehrfach reiste er in Kampfzonen zu afghanischen Mudschahedin-Gruppen.

    Ab etwa 2001 agierte er allerdings zunehmend als Kritiker der US-amerikanisch angeführten Intervention in Afghanistan und dem Irak, über die er mehrere Bücher veröffentlichte. Diese Kriegsgebiete bereiste er ebenso wie die des Arabischen Frühlings und des „Islamischen Staates (IS)“. Zwischen Januar 2017 und 2018 war er dann Herausgeber der linksliberalen Wochenzeitung „Der Freitag“. Zuletzt erschein von ihm das Buch „Die grosse Heuchelei – Wie Politik und Medien unsere Werte verraten.“

    US-Politik ein „einziger völkerrechtswidriger Angriffskrieg“

    Mittlerweile ist für Todenhöfer die gesamte US-Politik im Mittleren Osten „ein einziger völkerrechtswidriger Angriffskrieg.“ Dazu zählt er auch die Sanktionen gegen den Iran. An Deutschland kritisiert er:

    „Es gab Lösungen, den Irankonflikt zu entspannen und faire Lösungen für alle Seiten zu finden. Aber dazu hätte man in Europa und auch in Deutschland mutige Politiker gebraucht, für die Frieden wirklich ein hohes Gut ist. Doch in Berlin sitzen überwiegend stromlinienförmig angepasste Vasallen. ‚Mut vor Fürstenthronen‘ gehört nicht zu ihren Tugenden. Sie haben noch nie einen Krieg verhindert. Das Problem der deutschen Außenpolitik ist: Es gibt gar keine deutsche Außenpolitik.“
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