21:31 21 Januar 2020
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    Deutsche Mobilfunkanbieter versprechen, ein fast flächendeckendes 5G-Mobilfunknetz aufzubauen. Sie kalkulieren dabei jedoch mit der Technik des chinesischen Konzerns Huawei. Trotz vermuteter Sicherheits-Risiken, sind die Anbieter gegen einen totalen Bann des Ausrüsters. Denn ein Verzicht geht mit großen negativen Folgen für Kunden einher.

    Um ihre großen Plänen für die nächsten Jahre realisieren zu können, stützen sich Mobilfunkanbieter momentan auf die Technologien von Huawai. Die Verwendung der chinesischen Technik für den Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland scheint jedoch nicht selbstverständlich zu sein. Viele Politiker sprachen sich bereits gegen die weitere Nutzung von Huawei-Know-how aus. Laut der Zeitung „Welt“ ist noch nicht klar, wie umfassend die endgültige Entscheidung ausfällt. Noch stehe die CDU unentschlossen zu einem kompletten Ausschluss des chinesischen Konzerns.

    China hätte Zugriff auf deutsches Mobilfunknetz

    Das Problem mit Huawei besteht in dem engen Verhältnis zwischen chinesischem Staat und der Wirtschaft. Sicherheitsbehörden in China haben nämlich Zugriff auf sämtliche Daten vom privaten Unternehmen Huawei. Der chinesische Staat hätte dadurch also Zugriff auf das deutsche 5G-Mobilfunknetz und somit auf eine der wichtigsten Infrastrukturen Deutschlands.

    Abbau und Aufbau

    Die drei größten Netzbetreiber versprachen bereits den Großteil Deutschlands in den nächsten Jahren flächendeckend mit 5G-Netz zu versorgen. Dabei benutzen die Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) einen „Multi-Vendor-Ansatz“. Die „Welt“ erklärt, dass die Firmen mit mehrern Anbietern zusammenarbeiten, um die Abhängihkeit von einem Unternehmen zu vermeiden. So wird alternativ zu Huawei mit Ericsson und Nokia zusammengearbeitet.

    Etwa die Hälfte aller bisher bestehenden Netze läuft über Huawei. In dem Szenario eines Huawei-Banns müssten sämtliche Netze abgebaut werden – und gleichzeitig müssten sie weiterhin auf das 5G-Mobilfunknetz aufstocken. Somit würde der günstigste und innovativste Netzbetreiber wegfallen, schreibt die „Welt“.

    Netzausfälle und Kosten in Milliardenhöhe

    Experten einer Studie des Branchenverbands GSMA geben die geschätzten Kosten eines 5G-Aufbaus in Europa ohne Huawei mit zusätzlichen 55 Milliarden Euro an. Der ehemalige Technikchef von Vodafone, Hartmut Kremling, sehe laut der „Welt“ den Technologieaustauch „wie die Kernsanierung eines Hauses, in dem die Mieter aber weiter wohnen.“

    Bisher bestehe Unzufriedenheit mit anderen Ausrüstern. Auch wenn Ericsson nach Angaben der „Welt“ angedeutet hätte, Europa komplett mit 5G-Funkeinheiten versorgen zu können: Der komplette Austausch könne nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern müsste stufenweise gestaltet werden. Es sei mit Netzausfällen und teureren Tarifen für Kunden zu rechnen. Außerdem würde sich der Ausbau des 5G-Netztes mehrere Jahre nach hinten verschieben.

    Die Hoffnung der Konzerne beruht auf einem Kompromiss, bei dem sich der Bann nur auf besonders sensible Teile des Netzes bezieht. So könnte man beispielsweise den Huawei-Verzicht einzig auf das Kernnetz anwenden. Das Kernnetz und das Antennennetz bilden zusammen die Bestandteile des Mobilfunknetzes. 80 Prozent der Investitionen fallen jedoch nur dem Antennennetz zu. Präventiv ersetzen Telekom und Vodafone bereits schrittweise die chinesische Technik im Kernnetz.

    lm

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